210 WM-Minuten ohne reguläres Tor

Heute ist das letzte Achtelfinale in Köln, und wir haben zwar keine Karten, machen uns aber trotzdem auf nach Köln, um nochmal ein bischen WM-Atmosphäre mitzubekommen.
Um halb fünf, pünktlich zum ersten Spiel, sind wir am Roncalliplatz, wo ein offizielles "FIFA-Public Viewing" Areal ist. Es spielt ne Mexikanische Band, der Platz ist gut gefüllt mit Fans, aber zwei Minuten vor fünf fangen wir uns an zu wundern, warum die Band immernoch spielt. Um fünf wird dann kurz auf der Leinwand eingeblendet, dass hier garkein Spiel gezeigt wird. Prima. Wozu baut man denn dann die ganze Technik auf?

Egal, schnell zum Schokoladenmuseum, dem nächsten Ort, wo sich noch eine Grossbildleinwand befindet. So verpassen wir zwar die erste halbe Stunde des Italien-Spiels, aber wirklich viel verpasst haben wir wohl nicht.
Die Atmosphäre am Schokoladenmuseum ist jedenfalls spitze, die Sicht ist gut, die Sonne scheint, und alle sind entspannt.

Nur das Spiel lässt ein wenig zu wünschen übrig, vor allem für mich als Italien-Sympathisant. Aber gerade, als meine Begleitung aufmunternd meint: "Der Kölner sagt, es hätt noch immer jotjejange", pfeift der Schiri Elfmeter und Totti verwandelt in der letzten Sekunde. Und mehr gibt es zu dem Spiel jetzt auch wirklich nicht zu sagen.
Nach dem Spiel gibt es jedenfalls um uns herum jede Menge gutgelaunte Verlierer (Australier, Holländer, Japaner, Schweden) und bald-Verlierer (Engläner, Spanier, Schweizer), es wird das ein oder andere Kölsch getrunken und sich natürlich wieder gegenseitig fotografiert, und dann machen wir uns auf zum Stadion, wir wollen ja noch ein bischen Atmo , wenigstens vor dem Stadion, mitbekommen.

Vor dem Stadion das gewohnte Bild, jede Menge gutgelaunter Fans, vor allem Schweizer, aber auch erstaunlich viele Franzosen, die wahrscheinlich auf Frankreich als Gruppensieger gesetzt hatten und nun Ukraine-Schweiz sehen müssen.

Es werden auch noch mehr oder weniger offensichtlich Karten verkauft, aber 200 Euro und auch Schwarzhandel an sich finden wir dann doch unverschämt und machen uns auf in die nächstebeste Kneipe, wo wir das Spiel gemeinsam mit Franzosen, Schweizern und Ukrainern und noch ein paar mehr Gläschen Kölsch auf einer Leinwand verfolgen.
Auch dieses Match bietet nicht soo viel Spannung, es fallen schon wieder keine Tore, und in der Verlängerung vertreiben wir uns die Zeit, indem wir wetten, auf welcher Werbebande der Ball im Aus landet, und ich gewinne immerhin zwei Euro auf "Toshiba".

Sonst passiert nicht mehr viel Bemerkenswertes, ausser, dass es sie Schweiz schafft, im Elfmeterschiessen keinen einzigen Elfmeter zu verwandeln, und so verabschieden wir uns von weiteren netten Fans bei dieser WM und treten ziemlich müde die Heimreisse nach Düsseldorf an, mit dem guten Gefühl, dass bisher doch keine Mannschaft ausser Deutschland in den Achtelfinalspielen richtig überzeugt hat, und freuen uns auf eine hoffentlich spannende Begegnung Deutschland-Argentinien.

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