Kurzgeschichte

Die Legende des S.E.

von Xaver Vogel-Wild

09.06.02

Es geschah vor etwa zwei Jahren. S. war mal wieder mit seiner Frau M. bei seinem Busenfreund und Teamkollegen T. plus Ehegattin C. zum nachmittäglichen Zwischentrainingshäppchen eingeladen. Die Zwischenmahlzeit mundete wie gewohnt ausgezeichnet und es schien als würde es ein ganz normales Zusammentreffen werden, als es plötzlich an der Tür klingelte.

Thomas stand auf und ging mit lässigem Schritte durch den langen Flur zur Haustür seiner Nobelvilla. Kurz darauf kam er jedoch mit verzweifeltem Gesichtsausdruck zurückgeschlurft und faselte irgendetwas von einem hausierenden Schuhcremevertreter, der ihm gerade sein 50-teiliges Soccer-Cream-Set unterjubeln wolle. M., eine bekannte Topmanagerin, bot ihm natürlich ihre Hilfe an und folgte T. wieder in den Eingangsbereich.

Nun schlug die Stunde des S.E., er witterte seine Chance, schon immer wollte er C. vernaschen, es ihr so richtig besorgen. Ja, Claudia war sein Lieblings-Ludername, sogar sein Lieblingssong, stimmte es was "die Ärzte" sagten? Das fragte er sich schon seit seinem 14. Lebensjahr. Er wollte es wissen, er, der 10000 Volt Mann, der Tiger, der Pflaumenlecker, der, der die Hostessen im Wärmebecken nach dem Spiel als Erster beglücken durfte. Lässig wie eh und jeh ließ er seinen Anmachspruch von den Lippen gleiten, der hat schon immer gezogen:

"Geile Titten, Baby, so groß wie Fussbälle."
C. Starrte verlegen zu Boden und Schamesröte stieg ihr ins Gesicht, aber als sie dann an T. dachte, der schon seit Monaten nicht mehr so was perverses zu ihr gesagt hatte, dachte, überlegte sie nicht mehr lange und verführte S., den sie eigentlich ja schon immer schärfer fand als ihren Gemahl (Sogar der Trainer war mit T´s Leistung nicht zufrieden, nannte ihn "Flasche leer"). Ein wilder Reigen von etwa 5 Minuten begann auf dem Bärenfellvorleger am Kamin und es wollte auch nicht enden, bis die Haustür ins Schloß fiel. Bevor sie sich gerade noch rechtzeitig angezogen hatten, löschte S. mit einer riesigen Spermafontäne beinahe das Kaminfeuer. Dies war der Anfang einer leidenschaftlichen Sex-Affäre, die für C. sehr erfüllend war, die S., den 10000 Volt Typen, in eine psychisch-physische Abhängigkeit stürzte, die sich wiederum auf dem Rasen des Olympiastadions bemerkbar machte. Er dachte nur noch an Claudia, sie war allgegenwärtig, soviel Sex hatte er noch nie gehabt, selbst als er blutjunge 18 war nicht.

In einem Tor sah er fortan zwischen den beiden Pfosten nur noch die gespreizten Beine seines Lieblingsluders, der Keeper verformte sich zu feucht-glitzernde Schamlippen, der Ball, das war das Schlimmste für S., mutierte zu seinem Schwanz. Folglich war sein Doppelpassspiel und die Ballbehandlung eher auf Kreisklassenniveau gesunken, Tore konnte er nur selten erzielen, da er dann den Fans mit einem Riesenständer zujubeln musste (Die Medien zerfleischten diese Unding natürlich und S. musste auf sehr peinliche Fragen antworten). Schließlich drückte S. die Auswechselbank, Trainer O. sah sich das Schauspiel nicht länger an. S. verfiel in tiefe Depressionen, die sich schließlich durch etwas seltsame Kommentare über Arbeitslose äußerten und die Presse stellte den ehemaligen 10000 Volt Mann vollends auf dem Abstellgleis ab.

Sportlich ein Desaster - Privat ebenso. Denn als wieder einmal ein nachmittägliches Häppchen bei seinem Busenfreund anstand und M. und T. versuchten, einen Schnürsenkelvertreter abzuwimmeln, fiel S. über den Bären von C. herein. (Oder andersrum). Doch kamen die Hausiererabwimmelspezialisten früher zurück als erwartet und erwischten S. und C. bei Kamasutrastellung 9,5 inflagranti.

Das Übel nahm seinen Lauf. M. trennte sich von S. und vernaschte einen Münchner Nobeldisco-Besitzer. T. reiste zur Erholung der Strapazen von Kino-Premiere zu Kino-Premiere und schließlich zur WM nach Japan, um ein paar alte Kumpels der Nationalmannschaft zu besuchen. Im ersten Gruppenspiel der Deutschen gegen die Saudis verschüttete T. ungeschickterweise in der Vip-Loge eine Champagner-Flasche über die Bluse einer Hostesse. Dieser zeigte er zur Entschädigung die Kabine der Nationalelf und bumste die junge Südkoreanerin ordentlich im Wärmebecken her. Dieses Mal war er der Erste.

S. ereilte wohl das schlimmste Schicksal. In einem Tagtraum flog ihm ein überdimensionaler Fußball genau in sein Gehänge. Die Folgen waren schwerwiegend: Impotenz. Selbst Anrufe bei Weltfußballer Pelé, Anhörungen bei Erika Berger, Viagra-Spezialisten und Samenstaumaschineristen ergaben nichts, ja sogar Halbgott M.-W. gab ihm keine Chance mehr. C. trennte sich folglich von S., und zog nach Miami, wo sie mit ihrem neu gekauften Schäferhund glücklich in einem Apartment neben Babsi B. wohnt. Ab und zu verführt sie natürlich einen dunkelhäutigen Surfer oder Barkeeper, wie auch immer.

S. kam nach den etlichen Versuchen, seine Impotenz zu beheben, schließlich auch in finanzielle Nöte. Auf der Straße heißt (beziehungsweise unter der Brücke) schallt es, dass er zuletzt im Ghetto-Arbeitsamt München-Hasenbergl gesehen ward, um dort einen Ableger für seine Bücher "Wie verführe ich eine Spielerfrau" und "Wachs oder Gel-Gebrauchsanweisung für jede Lebenssituation" zu finden.Eine Große Schmach für den "Stinkefinger" der Nation.

Fazit: Die drei F´s ("Ficken Fördert Fussballerfrust")
Natürlich nur bei Profis!!

   

 

       

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last update: 09/06/02