Gastbeitrag von Michael, 5.8.2007

Bericht Erstrundenspiel DFB Pokal 2007/2008


1. FC „Eisern“ Union Berlin – SG Eintracht Frankfurt

 
Wie wohl den meisten Adlerträgern fand ich großen Gefallen an den Ansetzungen zu Beginn der neuen Saison, die uns eine „Berliner Woche“ bescherten.
Speziell die Auslosung des Spiels bei „Eisern“ Union an der alten Försterei in Berlin-Köpenick konnte getrost in die Kategorie machbar und reizvoll eingeordnet werden.
 
So reiste ich denn am frühen Sonntagmorgen per ICE nach Berlin, übrigens gleichzeitig mit einigen anderen „Eintrachtlern“ u.a. unserem Hofmusikant Gerre von Tankard, für den Berlin ebenfalls immer eine Reise Wert sein dürfte.
 
Schon 1-2 km vorm Stadion dann die unvermeidlich zahlreichen Eisernen, ungefragt, freundlich und inhaltlich korrekt: Ihr wollt ooch zum Spiel, waa? Na Ooswärtsfans denn ma links hinten vor der Wuhlebrücke.
 
Vorbei an den Mannschaftsbussen der grünweißen ging es dann durch relativ entspannte Sicherheitschecks zum ersten Bratwurststand.
 
Zur fetttriefenden aber vergleichsweise frisch wirkenden Bratwurst mußte Senf her. Zögerlich näherte ich mich einem Eimer mit einer hellgelbgräulichen dickflüssigen Masse. All meinen Mut zusammennehmend sprühte ich ein klein wenig auf die alleräußerte Ecke meines Mahls. Mein Stirnrunzeln wich und verklärte sich zu einem breiten Grinsen. Umgehend machte ich mich zum Ausschankwagen Nr. 8 mit der Aufschrift: Berliner Kindl.
 
Kurt und seine Kollegen zapften professionell und schnell und konnten dabei noch Witze reißen. Ich bedankte mich höf – und herzlich für ein kühles frisch gezapftes Bier, überreicht von einem, der etwas davon versteht.
 
Das Stadion vermittelte nicht nur durch die überwiegend dachlosen Plätze und den Stadionsprecher, der zugleich als Anzeigetafel fungierte einen traditionellen und authentischen Eindruck. Jene Authentizität, die vielen Westvereinen mit ähnlichem Hintergrund schon längst abhanden gekommen ist. Siehe Schalke 04 !
 
Das Spiel begann wie ein Erstrundenpokalspiel eben so beginnt. Die unterklassige Heimmannschaft will Ihren zahlreich erschienen Fans etwas bieten und sich keinesfalls die Butter vom Brot nehmen lassen. Erschwerend hinzu kam, daß sich schon bald herausstellte, daß unsere Abwehr ohne Vaso und Soto löchrig wie ein Emmentaler Käse ist.
Wir waren darum wohl alle sehr erleichtert, daß unser allererster Angriff direkt zum Tor durch den erfreulich stark aufspielenden Alex Meier führte. Völlig unverständlich, daß die unsrigen nicht versuchten den Sack baldmöglichst zuzumachen, sondern den Gegner weiter spielen ließ. Folgerichtig kam es zum nicht unverdienten Ausgleich, der die Eisernen – Fans zudem wieder aufweckte.
Unser „Hauptmann von Köpenick“ auch Martin Stein genannt, hatte alle Stimmbänder voll zu tun, um gegenzuhalten und schließlich zu übertrumpfen. Unser zweites Tor - wiederum durch Meier erzielt - haben wir eigentlich Martin zu verdanken.
 
Nach der Pause spielten Unsere deutlich konzentrierter, was den Gegner allerdings nicht daran hinderte, weiterhin alles zu versuchen. Daran änderte auch das 1:3 durch erneut Meier rein gar nichts. Tapfer, tapfer!
Erst das 1:4 durch unseren ansonsten leider sehr unglücklich agierenden Kapitän erlöste uns dann endgültig und zwang den Stadionsprecher alias Anzeigetafel zur minutenlangen Suche nach der - zu Spielbeginn nicht für möglich gehaltenen - „Gäste – 4“!
 
Neben den guten Leistungen von Meier, Mahdavikia, Pröll und natürlich Martin Stein ermutigte vor allem, daß viele unserer wesentlichen Titelkonkurrenten wie Werder, Stuttgart und die Bayern noch erheblich mehr Probleme mit ihren Erstrundengegnern hatten.
 
Der Ausflug nach Berlin-Köpenick machte Lust auf mehr, auf viel mehr, auf eine weitere Reise nach Berlin !