von Janus, 29.3.2008

 

Und da sind wir wieder. Diesmal mit einer ganz neuen Nummer im Programm: auswärts hui, zuhause pfui. Fortuna überrascht halt immer wieder neu und machte auch im März keine Ausnahme. Ich hoffe nur, jemand sagt der Mannschaft mal, dass es für solche Kapriolen etwas spät in der Saison sein könnte. Und deshalb ist diese Zusammenfassung auch leicht pessimistisch angehaucht – obwohl sie doch so schön beginnt...

Wieder mal Tabellenführer

Am 09.03.2008, sonntags, trat Fortuna bei der Reserve des Hamburger SV an. In der letzten Saison spielte man dort in der Hinrunde, ebenfalls sonntags, und ebenfalls mit der Chance, durch einen Sieg Tabellenführer zu werden. Damals erreichte man jedoch in strömendem Regen nur ein 1:1 auf einem Sportplatz, auf dem ansonsten wohl die Alten Herren III kicken, aber ein Bundesligist hat ja in der Regionalliga noch nie etwas mit irgendwelchen drittliga-tauglichen Stadien am Hut gehabt. Oder vielleicht doch? Denn in diesem Jahr fand die Partie wieder an gewohnter Stelle, nämlich in der HSH Nordbank Arena statt. Und diesmal klappte es: mit 3:0 erzielte man nicht nur den höchsten Auswärtssieg der Saison, sondern übernahm gleichzeitig auch wieder die Tabellenspitze.

Und es war sogar recht einfach, da sich die Gegenwehr der Hamburger in überschaubaren Bahnen bewegte. In der ersten halben Stunde war nicht viel los, ein Festival war es höchstens für den Systemfan und Taktikfreak, denn das Spielgeschehen fand größtenteils im Mittelfeld statt. Fortuna mit optischer Überlegenheit, die Gastgeber hielten ganz ordentlich dagegen, und keine von beiden Mannschaften konnte wirklich zwingende Torchancen herausarbeiten. Dann allerdings scheiterte Lambertz nach schöner Flanke von Sahin an Torwart Höcker. Als man somit gesehen hatte, dass es durchaus möglich war, Angriffsbemühungen auch durch gezielte Torschüsse abzuschließen, wurde es sogleich besser: eine schöne Ballstaffette über de Cock, Cebe und Lawaree in der 39. Minute brachte zwar noch nicht das gewünschte Ergebnis, aber nur drei Minuten später klingelte es im Hamburger Kasten: nach einem 30-m-Pass von Caillas konnte Sahin den Ball aus sechs Metern im Gehäuse unterbringen – sein erstes Tor für Fortuna. Das war vielleicht etwas glücklich, aber wahrlich nicht ungeschickt, so kurz vor der Pause.

Nach dem Wechsel gab es dann wirklich nicht mehr viel zu meckern. Fortuna spielte druckvoll nach vorne und machte den Sack recht früh und binnen vier Minuten zu. Zunächst köpfte Lawaree nach einer Caillas-Ecke zum 2:0 ein, in der 66. Minute schickte er dann selbst Lambertz auf die Reise, der sich gegen zwei Abwehrspieler durchsetzte und anschließend Torwart Höcker tunnelte. 3:0 – der Fisch war gegessen. Von einer Gegenwehr der „Rothosen“ war überhaupt nichts mehr zu bemerken. Die hatten sichtbar nicht nur dieses Spiel, sondern auch die Qualifikation für die eingleisige 3. Liga bereits aufgegeben. Fortuna schaukelte das Spiel lässig nach Hause – und allein dies ist ja etwas, das man nicht allzu oft sagen kann. Die nachfolgenden Ereignisse werden es belegen.

Überflüssig (ehrlich)

Am Mittwoch, 19.03.08, folgte das Heimspiel gegen Dynamo Dresden. Über diese Spielverlegung hatte ich bereits berichtet. Dank André Rieu konnten wir nicht an jenem Samstag in der Arena spielen. Dort gab es Wichtigeres. Der Großmeister der guten Laune musste auf einer Kutsche vor den Nachbau von Schloss Schönbrunn auf die Bühne gekarrt werden, damit 15.000 Besucher etwas zu klatschen hatten – billigste Eintrittskarte für 104 Euro. Dafür setzte man doch gerne mal ein paar Tage aus.

Dynamo hatte gegen die Spielverlegung erfolglos protestiert, man hatte angeführt, dass solche „englischen Wochen“ in dieser „entscheidenden Phase“ der Meisterschaft wettbewerbsverzerrend seien. Ich hatte dazu sinngemäß schon ausgeführt, dass man sich in Dresden erst mal erkundigen sollte, was überhaupt eine englische Woche ist, bevor man offiziell Beschwerde einlegt. Anscheinend hatten sie das getan und daher nachträglich schnell für den bewussten Samstag ein Pokalspiel gegen den Chemnitzer FC aus dem Hut gezaubert, sodass sie jetzt tatsächlich eine englische Woche hatten. Das ist schon sensationell: erst die Beschwerde raushauen, anschließend die Fakten dafür schaffen...

Übrigens hatten sie dann doch keine englische Woche: das Pokalspiel gegen Chemnitz musste nämlich wieder verlegt werden. Begründung: es gab nicht genügend Polizei, um einen sicheren Ablauf dieser Begegnung garantieren zu können, die waren an jenem Tag anderweitig beschäftigt. Auch eine Absage, wie man sie nicht alle Tage zu hören bekommt. Bei uns spielte ein Zupfgeigenhansel auf, bei denen gab es nicht genügend Ordnungshüter – der 15.03. war irgendwie ganz schlecht für Fußball.

Aber am Mittwoch ging es dann ja auch. Auf Bitten der Dynamos wurde der Anstoß sogar noch eine Stunde vorverlegt, auf 18.30 Uhr, aufgrund deren längerer An- und Abreise von und nach Sachsen. Schade, dass wir das in der Hinrunde nicht auch mal probiert hatten – der Kenner erinnert sich, dass wir dort ebenfalls mittwochs, und zwar um 19.30 Uhr anzutreten hatten. Wenn die große Extrawurst nicht hinhaut, muss es halt wenigstens eine kleine sein.

Und vielleicht war es auch dieser ungewohnte Spieltermin, der die Fortunen zunächst etwas verwirrt über den Platz eilen ließ, denn kaum hatte das Spiel vor 17.000 Zuschauern begonnen, stand es auch schon 1:0 für Dresden. Aber natürlich hatte das nichts mit der Anstoßzeit zu tun, sondern mit etwas ganz anderem – Glück, nämlich. Eine Ecke wurde zu kurz abgewehrt, und Dynamos Kapitän Martin Stocklasa – seines Zeichens eher rustikaler Abwehrspieler und sicherlich noch nie in seiner Karriere mit dem Beinamen „Diego“ bedacht – brachte die Kugel aus halbrechter Position von der Strafraumgrenze mittels Drehschuss wieder aufs Tor. Ob er sich dabei etwas gedacht hat und wenn ja, was, dürfte sein Geheimnis bleiben. Der Ball beschrieb einen munteren Halbkreis und schlug links oben in den Winkel ein. Ein tolles Tor, natürlich auf der falschen Seite, aber ebenso natürlich ein Sonntagschuss, wie er einem Spieler vielleicht einmal im Jahr gelingt – meistens im Training, wenn’s kein Schwein interessiert. Diesmal war es allerdings die 5. Minute des Spiels bei Fortuna Düsseldorf, und Dresden führte 1:0.

Was allerdings zunächst nicht viel auszumachen schien. Fortuna spielte nach vorne, drückte die Gäste in die eigene Hälfte, und die wussten sich nur mit Kampf zu behelfen, oder anders ausgedrückt: die holzten auf alles, was nach einem Gegenspieler aussah. Schiedsrichter war Thomas Frank, der Mini-Collina, bei dessen Spielleitungen mit Beteiligung der Fortuna eigentlich immer etwas los ist, und der zumeist dadurch brilliert, dass er ausgerechnet in spielentscheidenden Situationen öfter mal den Durchblick verliert. Dieser Abend sollte keine Ausnahme sein. Wie alle Erst- oder Zweitliga-Schiris ließ er in der ersten Halbzeit natürlich alles laufen. Nein, doch nicht alles: als Cebe in der 28. Minute durch den gegnerischen Strafraum irrte, auf der Suche nach weiteren Gegenspielern, von denen er die üblichen drei ausgetanzt hatte, da fiel er mal wieder um, und Frank pfiff Elfmeter. Für mich sehr grenzwertig, allerdings wohl auch eine Konzessionsentscheidung: nur drei Minuten zuvor war derselbe Spieler nach einem Dresdener Hackentritt im Strafraum schon mal zu Boden gegangen, aber das war Herrn Frank wohl nicht spektakulär genug. Also wenn es schon Elfmeter hätte geben müssen, dann eher für die erste Szene. Aber bitte. Anschließend bewies Herr Frank, dass er wieder mal den Durchblick verloren hatte, indem er vor der Ausführung des Elfers noch geraume Zeit mit Dresdens hochgradig erregtem Trainer Ede Geyer an der Seitenlinie parlierte. Was sollte das? Entweder er schickt ihn auf die Tribüne oder er ignoriert ihn. Aber da erst noch einen Gesprächskreis einzurichten, war gänzlich überflüssig.

Lawaree machte den Ball rein, zwar schwach geschossen, aber Dresdens Keeper Marcus Hesse hatte sich frühzeitig für eine Ecke entschieden, glücklicherweise für die falsche. 1:1. Fortuna weiter offensiv, schnürte den Gegner in der eigenen Hälfte ein, und hätte, ganz ohne Vereinsbrille, zur Pause 3:1 führen müssen. Sie taten es nicht, und es kam, wie es kommen musste.

In der 2. Halbzeit versuchte man es überwiegend mit hohen Bällen und lustigen Dribblings im Mittelfeld, aber damit war den zweikampf- und kopfballstarken Gästen nicht beizukommen. Die zeigten sich gut erholt von der ersten Hälfte und kamen immer öfter gefährlich nach vorne. In der 63. Minute dann stolperte Maik Wagefeld über Torwart Melka, und Schiri Frank konnte endlich mal wieder Elfmeter pfeifen. Der war genau so ein schlechter Witz wie der für Fortuna zuvor, und deshalb werte ich es auch genauso: eine reine Konzessionsentscheidung. Und da ich ja auch ein Freund von Nebensächlichkeiten bin: wäre ich Schiri gewesen, hätte Wagefeld sich den Rest des Spiels von draußen anschauen dürfen. Nicht wegen einer Schwalbe, nein, er hatte schon den Kontakt gesucht und gefunden. Danach rollte er gepflegt auf der Torauslinie herum und hatte ganz doll aua. Sobald er jedoch spitzgekriegt hatte, dass der Schiri auf Elfmeter entschieden hatte, sprang er wundergeheilt auf und jubelte zur Dresdener Fan-Kurve hinter dem Tor hoch. Für diese Unsportlichkeit hätte er bei mir Gelb gesehen, und da er schon verwarnt war – und tschüss. Aber ich schätze mal, so etwas gilt als normal heutzutage, denn der Schiri würdigte ihn keines Blickes. Dafür hätte er sich fast von Kenan Sahin eine gefangen, der empört zurück geeilt war, um das „Opfer“ zu befragen, allerdings gerade noch zurück gehalten werden konnte, kurzum: es gab dieselbe Rudelbildung wie beim ersten Strafstoß. Herr Frank wird nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt haben: da verteilte er ein Geschenk nach dem anderen, und immer gab es etwas zu motzen...undankbares Volk!

Wie zuvor Axel Lawaree, so nahm diesmal Dresdens Spielmacher Ivo Ulich das Geschenk dankend an und verwandelte zur 2:1-Führung. Der Rest ist schnell erzählt: Fortuna spielte planlos nach vorne, Dresden konterte selten, aber geschickt und gefährlich, war dem 3:1 manchmal sehr nah. Und trotzdem hätte es eigentlich zu einem Punkt für Fortuna gereicht: in der 89. Minute, eine harte Flanke von links in den Strafraum, halbhoch. Und direkt hinter dem kurzen Pfosten kommt aus nur fünf Metern der zwischenzeitlich eingewechselte Christian Erwig zum Kopfball.

Fünf Meter Entfernung zum Tor, ein harter, schneller Kopfball, der auch aufs Tor kommt...der ist normalerweise drin. Irgendwann in der ersten Halbzeit. Oder zum Schluss, wenn man 3:0, 4:0 führt. Aber nicht in der 89. Minute, wenn man fast die gesamte Spielzeit angerannt ist und bei allen spielerischen Mängeln doch etwas unglücklich 1:2 zurückliegt. Dann, und nur dann, holt der gegnerische Torwart einen Riesen-Reflex raus. Und auch das muss nicht zwingend ausreichen, durch die kurze Entfernung kommt der Ball ja so hart, dass der Keeper ihn eigentlich nur ins eigene Tor lenken kann. Aber nicht bei 1:2 in der 89. Minute...dann nämlich springt der Ball von der Hand des Torwarts an die Unterkante der Latte und wieder ins Feld zurück. So war es bei uns selbstverständlich auch, und das Spiel war verloren. 1:2-Niederlage gegen recht rustikale Dresdner, die sich erst in der zweiten Halbzeit am Spiel beteiligten, als Fortuna ihnen die Räume dazu gab. Ein Punkt wäre verdient gewesen, aber man war es auch ein wenig selbst Schuld, wie Trainer Norbert Meier nach dem Spiel formulierte: „In der zweiten Halbzeit haben wir aufgehört, Fußball zu spielen.“ Und dann verliert man ein Fußballspiel im Regelfall.

Ostern auf dem Land

22.03.08, Ostersamstag: Gastspiel der Fortuna beim SC Verl. Schon im Vorfeld gab es ein wenig Ärger. Karten konnte man nur im Vorverkauf erwerben, am Spieltag blieben alle Kassenhäuschen am Stadion geschlossen. Da gab es natürlich reichlich Kommentare von wegen Bauern, Landeier und so. Nur: die konnten gar nichts dafür, die Anweisung für diese Vorgehensweise stammte von der hiesigen Polizei. So hatte man es nämlich in der Hinrunde beim Gastspiel von Dynamo Dresden gehandhabt und anscheinend gute Erfahrungen gemacht. Und da der Fortuna-Mob an gewissen Tagen anscheinend auch einen gewissen Ruf zu verlieren hat, wurde er von den zuständigen Gesetzeshütern halt in die Kategorie „Dresden“ einsortiert. So ist das nun mal, wenn man öfters dumm auffällt. Okay, ob Verl wirklich noch einen Euro Top-Zuschlag auf die Preise drauf setzen musste, darüber kann man diskutieren. Aber die müssen ja auch leben. Schließlich ging ihnen noch einiges an Einnahmen flöten, weil sie die Kassen am Spieltag nicht öffnen durften. Zumindest auf der Haupttribüne blieb nämlich so einiges an Plätzen leer, weil sie keine Karten mehr verkaufen durften. Was auch dem letzten Nörgler klar machen dürfte, dass diese Unfug-Regelung nicht von ihnen selbst ausgegangen war. Insgesamt 2.500 Zuschauer, davon über 1.000 aus Düsseldorf, sahen schlussendlich die Partie.

Deutschland – ein Wintermärchen. Klingt gut. Wenn es allerdings – wie aktuell – im Frühling passiert, bringt einen das doch zum Nachdenken. Zum Wintercup im Januar hätte in der Arena ruhig der ein oder andere Cocktail gereicht werden können, so warm erschien es mir – dagegen buddelten an jenem Ostersamstag Nachbarskinder mein Auto aus dem Schnee, weil sie es für ein etwas größeres Osterei hielten. Diese Frechheit hatte allerdings auch etwas Gutes: ich hielt mich nicht lange mit empörtem Rumgemotze auf, sondern stieg direkt ein und düste nach Verl. Praktisch! Eher unpraktisch sind da ja die vielen Großbaustellen, die eine höhere Straßenbau-Macht an jenem Nachmittag zwischen mich und mein Fortuna-Spiel gestellt hatte. Auf der A3, auf der A 1, auf der A 2 – alle Wege führen nach Ostwestfalen, aber keiner ohne kilometerlange Baustelle. Immerhin wurde mein Auge natürlich auch nicht dadurch abgelenkt, dass etwa aktive Bauarbeiter anwesend gewesen wären, somit war ein relativ zügiges Durchqueren möglich. Aber man fragt sich schon, wer z.B. auf der A 1 bei Remscheid eine kilometerlange Baustelle hinsetzt, anschließend für ca. 2.000 Meter die Fahrt wieder frei gibt, um dann bei Wuppertal ein noch größeres Fahrthindernis aufzuziehen. Vor allem würde ich gerne mal wissen, ob derjenige wochentags auch mal dort entlang fahren muss. Wobei dies wahrscheinlich ein Nachweis bekennenden Masochismus’ wäre...Aber gut, natürlich kämpfte man sich durch, und ebenso natürlich fing es hinter Dortmund an zu schneien, was die komplette Reststrecke andauerte. Das Schöne an Verl ist ja, dass man es von der Autobahn ohne Probleme findet: einfach die Abfahrt „Gütersloh/Verl“ auf der A 2 nehmen, und dann immer schön geradeaus, irgendwann kommt man automatisch an. Zum Stadion geht’s dann links ab, ich nahm die nächste Querstraße und parkte, wie es sich für solch ein Auswärtsspiel gehört, standesgemäß an einer Kuhweide. Nach flottem Fußmarsch im Stadion angekommen, wurden zunächst einmal Erinnerungen aufgefrischt: unser letztes Spiel dort fand im September 2001 statt. Von jenem Kick sind mir nur zwei Dinge im Gedächtnis geblieben: es war das erste Spiel nach den Terroranschlägen vom 11. September, die Stimmung entsprechend ein wenig gedämpft; kompensiert wurde sie jedoch durch eine vorzügliche Bratwurst vom Holzkohlengrill. Und, man sollte es nach fast sieben Jahren ja nicht glauben, aber: sie ist immer noch eine Klasse für sich, locker drittligareif, im Gegensatz zum Rest des Stadions. Und auch im Gegensatz zur Mannschaft des SC Verl, die mit der Qualifikation zur Dritten Liga wohl nichts am Hut haben wird. Auf jeden Fall spielten sie so.

Beziehungsweise Fortuna spielte so. Obwohl die Spieler nur drei Tage Pause hatten, überrannten sie die Verler in der ersten Halbzeit förmlich. Der Gastgeber bekam kein Bein auf die Erde, häufig kamen sie noch nicht mal hinterher. Ihr bester Mann war Torwart Yorck Bergenthal. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn es sich bei dem 34jährigen nicht um den regulären Torwarttrainer handeln würde. Er musste einspringen, weil beide Stammtorhüter der Ostwestfalen, Kalintas und Finke, rotgesperrt waren. Auch eine Art von Bestleistung, schätze ich mal. Es hagelte Angriffe auf das Verler Tor, Chancen ergaben sich fast zwangsläufig. Und gab es zuvor noch das übliche Negativerlebnis, nämlich das Stürmer Axel Lawaree den Ball völlig freistehend aus ganzen fünf Metern nicht an Bergenthal vorbei bekam, so war in der 18. Minute endlich soweit: ein toller Angriff über Caillas, der Cebe auf rechts schickte, dieser spielte in die Mitte auf Sahin, und der traf aus zehn Metern aus halbrechter Position ins lange Eck. Herausragend herausgespielt, möchte man alliterativ schwärmen, nicht ohne hinzu zu fügen, dass die Führung selbst zu dieser frühen Stunde hoch verdient war, zu überlegen war Fortuna. Und legte gleich noch einen nach: zehn Minuten später wagte Sahin an der Strafraumgrenze ein kleines Tänzchen mit seinem bedauernswerten Gegenspieler, dem er zuvor den eigentlich schon verlorenen Ball abgeluchst hatte. Nach zwei Kreiseln war der arme Mann aus dem Rennen, und Sahin konnte per Aufsetzer ins rechte Eck abschließen – 2:0. Dies war auch der Pausenstand. Doppelpack des Winterpausen-Neuzugangs, und eigentlich noch viel zu billig für Verl. Andererseits: beim einzigen Versuch der Gastgeber in Halbzeit eins, vielleicht auch mal so etwas wie Gefahr zu verbreiten, sah die Fortuna-Abwehr nicht gut aus. Torwart Melka verschätzte sich bei einem Eckball völlig, musste anschließend doch eher ungewöhnlich mit dem Fuß klären, und der Rest der Abwehr sah nur staunend zu und bekam den Ball auch nicht weg. Das sah nicht besonders gut aus, daher war ich zur Pause auch nicht gänzlich beruhigt.

Meine Unruhe steigerte sich in der zweiten Halbzeit in gigantische Höhen. Trainer Norbert Meier ließ munter weiter stürmen, wahrscheinlich weil er sich denken konnte, dass seine Jungs so ab der 75. Minute ein wenig nachlassen würden, aufgrund der hohen Belastung binnen drei Tagen, und bis dahin wollte er gerne das 3:0 im Sack haben. Recht hatte er, und ein 4, 5 oder 6:0 wäre auch okay gewesen. Erst eine Billardaktion von Lawaree, der einen Kopfball an die Unterkante der Latte setzte, von wo aus sie gegen den Pfosten und wieder ins Feld zurück prallte; erst dann pfiff der Schiri den Nachschuss-Versuch ab, auch wenn der aufmerksame WDR-Kommentator dies anders gesehen haben mag. Dann wurde Cebe im Strafraum bedient, völlig frei vor dem Keeper köpfte er an jenem vorbei und – an den Pfosten, den Abpraller schoss Andreas Lambertz aus sechs Metern aus dem Stadion heraus, auch nicht gerade ein Ruhmesblatt. Dann scheiterte Caillas mit einem tollen Schuss von der Strafraumgrenze am tapferen Bergenthal, anschließend fand Lawaree auch mit einem Fallrückzieher seinen Meister im Verler Keeper. Negativer Höhepunkt in dieser Beziehung war sicherlich die Szene, als sich Torwart Melka fast einen Scorerpunkt geholt hätte: seinen weiten Abschlag verfehlte der letzte Mann der Verler, und Axel Lawaree stürmte mal wieder alleine auf Bergenthal zu, und ebenso scheiterte er wieder. Ich will ja nicht meckern (das kommt später), aber wie viele dieser glasklaren Chancen braucht der Mann noch? Das war schon fast nicht mehr mit anzusehen. Und natürlich wollte sich mein Nervenkostüm auch noch einen schönen Tag machen...

In der 85. Minute ein Eckball für Verl, die in der 2. Halbzeit sporadisch vors Fortuna-Tor gekommen, dabei aber selten gefährlich gewesen waren. Vielleicht mal bei einem Schuss von Mainka, der knapp am Tor vorbei strich, aber das war es dann schon. Fünf Minuten vor Schluss gab es dann wie gesagt diese Ecke. Babacar N’Diaye stieg hoch, sträflich unbewacht, und zimmerte die Kugel mit dem Kopf aufs kurze Eck. Der dort befindliche Spieler versuchte noch, per Kopf klären, der Ball sprang an die Unterkante der Latte, dann wischte Melka ihn nach vorne. Schiri Thelert entschied sofort auf Tor, es gab auch keine Proteste. Anscheinend war der Ball hinter der Linie, als Melka klären konnte, von der Tribüne war dies nicht zu sehen, im Fernsehen hinterher auch nicht.

Und mit diesem Tor war die Überlegenheit der Fortuna wie weggewischt. Von einer Sekunde auf die andere machte sich Nervosität breit, es war erschreckend, anzusehen, wie die Mannschaft in den letzten acht Minuten (drei Minuten Nachspielzeit) auf dem Platz umher stolperte und überhaupt nicht mehr aus der eigenen Hälfte herauskam. Man hatte Glück, dass die Verler, die nun endlich aufgewacht waren, einen so schlechten Tag erwischt hatten, denn sie hatten keine echte Torchance mehr bis zum Schluss, von einem Freistoß aus ca. 25 Metern mal abgesehen, der aber auch nichts mehr einbrachte. Wenn da eine konsequentere Mannschaft gestanden hatte, die hätte das Spiel noch gedreht. Es war unglaublich, wie Fortuna den Gegner minutenlang zum Aufbäumen einlud, weil man noch nicht mal Befreiungsschläge ordentlich hin bekam. So machte man den guten Eindruck der ersten 80 Minuten völlig kaputt, sodass es nur zurückhaltenden Jubel gab, als der Schiri das Spiel beendete, die überwiegende Reaktion war großflächiges Kopfschütteln.

Zum Schiri kann man sagen, eine angenehme Abwechslung zu dem unsicheren Herrn vom Mittwoch zuvor. Schiedsrichter Thelert zeigte ein souveränes Auftreten, war jederzeit Herr der Lage, verschaffte sich mit eindeutigen Gesten und Worten früh Respekt. Gar nicht mal so schlecht für jemanden, der aussah, als ob er grad vom Gymnasium abgehauen ist. Und zwar aus der Mittelstufe. Ich bin sicher, von diesem Jung’ wird man noch einiges sehen.

Unvergessen wird diese Partie wohl auch für Lukas Krause bleiben. Der trägt die „10“ beim SC Verl, spielt irgendwas auf der linken Seite, ein Mittelding zwischen Verteidiger und Mittelfeld, so schien es mir. In der zweiten Halbzeit lag sein Arbeitsfeld somit unmittelbar vor der Haupttribüne, von wo er nach einigen Nickligkeiten bei jeder Aktion von den dortigen Fortuna-Fans mit „Krause raus!“- und „Hausmeister Krause!“-Rufen bedacht wurde. Eine harmlose Sache, genau wie der gesamte SC Verl an jenem Nachmittag. Aber so oft hat der Krause seinen Namen während eines Spiels bestimmt noch nie gehört.

Zwei Personalien gab es noch zum Spiel, die eine positiv, die andere negativ: Marco Christ wurde erstmals nach seiner schweren Verletzung vom Spiel gegen Union Berlin am 01.12.07 wieder eingewechselt; und Olivier de Cock erhielt seine fünfte Gelbe Karte und würde somit erstmals nach seiner Nachverpflichtung Ende August im nächsten Spiel aussetzen müssen.

Insgesamt also ein sehr unterhaltsamer Nachmittag auf dem Dorf, zwar mit Sieg, aber ohne das richtige Happy End. Hätte man sich für die kommende Woche merken sollen.

Überflüssig (diplomatisch)

29.03.08: Fortuna Düsseldorf gegen den 1.FC Magdeburg. Ein paar Eckdaten gefällig? 18:3 Ecken. 21:7 Torschüsse. Ein Elfmeter für Fortuna. Der Gästetrainer Mitte der zweiten Halbzeit auf der Tribüne. Spielanteile 70:30, höflich für Magdeburg aufgerundet. Fehlt ja nur noch eine Kleinigkeit: das Ergebnis. Fortuna Düsseldorf – 1. FC Magdeburg 0:2. So macht Fußball keinen Spaß.

Die Schlüsselszene sahen 12.000 Zuschauer bereits in Minute 8: Freistoß von rechts für Magdeburg, in Höhe des Strafraums. Frank Gerster zieht die Kugel vors Tor, Melka bleibt in selbigem, am langen Pfosten grätschen David Krecidlo, der den gesperrten de Cock ersetzte, und der Magdeburger Marcel Probst in den Ball und befördern ihn mit vereinten Kräften über die Torlinie, zuletzt war wohl Probst dran. 0:1 mit dem ersten Torschuss. Da hatte Fortuna schon zwei Torchancen vergeben. Anschließend spielten sie die Magdeburger schwindlig. Es ging immer nur in eine Richtung. Die Magdeburger wussten sich nur mit Fouls zu behelfen. Habe ich vorhin geschrieben, dass die Dresdner rustikal gespielt hätten? Da muss ich jetzt wohl Abbitte leisten. In der diesbezüglichen Statistik hatten die Magdeburger die Dynamos schon zur Pause eingeholt, insgesamt spielten sie an die vierzigmal Foul. Fortuna hatte die Sache eigentlich im Griff, aber Lawaree, Sahin und auch Lambertz vergaben mal wieder gute Chancen oder scheiterten am immer stärker werdenden Keeper Beer. Und wenn Magdeburg schon holzte wie Dresden und fast genauso früh in Führung gegangen war wie Dresden, dann passt sich ja wohl der weitere Spielverlauf entsprechend an. Er tat es tatsächlich: zunächst blieb die Pfeife stumm, als Cebe über Torwart Beer fiel, etwas grenzwertig, entscheidend war allerdings wohl, dass der Ball die Torauslinie bereits überschritten hatte, als es zu einem leichten Kontakt kam; aber vier Minuten später, also auch zeitlich fast identisch mit dem letzten Heimspiel, gab es den Strafstoß doch: Kallnik hatte Heeren im Sechzehner leicht am Arm bzw. Trikot gehalten, der fiel natürlich um. Kein sonderlich schweres Vergehen, dafür aber eins, dass man bis unters Tribünendach sehen konnte, Elfer wegen erwiesener Dummheit damit berechtigt. Und wieder lief Lawaree an, wieder schoss er relativ schwach – nur diesmal suchte sich der Torwart die richtige Ecke aus, Beer konnte parieren. Und nicht nur das, Sekunden vor der Pause holte er auch noch einen Kopfball von Cakir raus.

Nach der Pause dasselbe Bild, Fortuna drängte, Magdeburg mauerte, im Gegensatz zu Dresden versuchten sie aber zunächst gar nicht erst zu kontern. Zeitschinden war angesagt. Besonders Stürmer Braham tat sich in dieser Kategorie hervor. Herausragend seine Einlage nach ungefähr einer Stunde: bei einem der wenigen Angriffe der Gäste war er von Torwart Melka gebremst worden, der den Ball am Boden sicher greifen konnte. Braham ließ sich selbst über die Klinge springen und markierte auf der Torauslinie den grob Gefoulten, der Schiri winkte nur ab und ließ weiterspielen. Da dies nicht im Sinne des Erfinders war, tat der Herr Braham Folgendes: da es ja ziemlich blöd ist, wenn man an der Torauslinie liegt, da könnte man ja behandelt werden, ohne dass das Spiel unterbrochen werden muss, schleppte sich der Geschundene tapfer in den Strafraum zurück, um dann in Höhe des Elfmeterpunkts wie vom Blitz getroffen zusammenzusacken. Das Spiel, das sich mittlerweile schon wieder in Höhe des Magdeburger Strafraums fortgesetzt hatte, musste unterbrochen werden. Braham wurde mithilfe zweier Betreuer zur Torauslinie zurück geleitet, wo er handgestoppt binnen zwei Sekunden ganz allein und sicher auf eigenen Füßen stand und eilig der Mittellinie zustrebte, um wieder mitmachen zu können. Ganz große Schiri-Verarsche. Aber der hatte sich wohl das Gesicht gemerkt, denn als Braham einige Minuten später eine eindrucksvolle Schwalbe im Mittelkreis hinlegte, wirklich lächerlich mit zwei Metern Anlauf, da gab es direkt mal Gelb. Und wieder ein paar Minuten später geriet er mit dem eingewechselten Palikuca an der Seitenlinie aneinander, was erneute Diskussionen zur Folge hatte. Dabei machte Caillas eine Handbewegung in Richtung des Gästetrainers Paul Linz, der plötzlich an der Seitenlinie aufgetaucht war, um seinem Schützling beizustehen. Caillas unterschätzte wohl die Entfernung, denn er berührte den Linze-Paul leicht, was den ein wenig ausklinken ließ. Zwei freundliche Helfer mussten ihn festhalten, damit er nicht die passende Antwort geben konnte, einer davon war – man höre und staune – unser Trainer, die olle Kopfnuss. Naja, Linz ist ja schließlich kein Kölner... Caillas hatte Glück, es gab nur Gelb. Linz hätte sogar noch mehr Glück gehabt, denn obwohl der Schiri direkt neben ihm stand, schien er übersehen zu haben, dass der Trainer meilenweit aus seiner Coachingzone entfernt war. Dem Assistenten war es allerdings nicht entgangen, und so konnte Linz sich den Rest des Spiels von der Tribüne aus ansehen.

Mit solchen Spielchen vertrieb man sich die Zeit, die Minuten verrannen, und nichts klappte. Lambertz nahm einem überraschten Abwehrspieler im Strafraum die Kugel ab und verzog anschließend nur knapp, der wieder mal eingewechselte Erwig setzte einen Kullerball, dem Beer nur staunend hinterher schauen konnte, weil er gegen die Laufrichtung gespielt wurde, um Zentimeter am Tor vorbei, mehrfach wurden Torschüsse im Strafraum von Abwehrspielern mit allen möglichen Körperteilen geblockt, einmal lag sogar einer im Weg, den Lambertz anschoss – das fast schon übliche Leid. Auch dass Torwart Melka bei der achtzehnten und letzten Ecke mitstürmte, half nichts, und so geschah das Unausweichliche: den letzten Abstoß von Beer verlängerte Palikuca versehentlich mit dem Kopf nach hinten, Müller war schneller als Caillas und legte den Ball an Melka vorbei quer auf Jarakovic, der staubte ab. 0:2 und gleich darauf Spielende. Ein schlechter Witz, dieses Ergebnis, bei diesem Spielverlauf und dieser Statistik. Aber wen interessiert das schon?

Und jetzt bin ich langsam aber sicher wirklich sauer. Denn Fortuna offenbart einen Komplex, der in dieser Saison schon fast pathologisch zu sein scheint: sobald die Truppe einmal hinten liegt, ist das Spiel durch. Kein Trainer scheint dies in den Griff zu bekommen, kein Weidemann, kein Werner, kein Meier. Die unglaubliche Bilanz dazu lautet: zehnmal geriet die Mannschaft in dieser Saison in Rückstand – kein einziges dieser Spiele konnte gewonnen werden. In der Hinrunde schaffte man wenigstens zweimal, in Oberhausen und gegen Braunschweig, noch den Ausgleich, achtmal verlor man. Und sorry, aber das ist für ein angebliches Spitzenteam höchstens Verbandsliga-Niveau. Jeder Gegner weiß inzwischen: wenn sie nur ein Tor gegen uns erzielen, ist der Sieg so gut wie sicher. Und zwar egal, wann. Im Hinspiel traf Magdeburg erst acht Minuten vor Schluss, nun im Rückspiel bereits nach acht Minuten. In beiden Fällen reichte es. Diese beiden Spiele sind auch bezeichnend, denn in beiden Partein war Fortuna die klar bessere Mannschaft und verlor trotzdem, weil man mit den Rückständen anscheinend nicht klar kommt. Wer das allerdings nicht kann, hat im Aufstiegsrennen nichts verloren.

Natürlich passieren die Fehler, die zu Gegentoren führen, zumeist in der Abwehr. Die ist immer noch die beste der Liga, aber ein Fehler pro Spiel, eigentlich also recht wenig, reicht ja schon aus. Weil der Sturm nicht trifft. Es wird unheimlich hoher Aufwand betrieben, der Gegner wird niedergelaufen, teilweise schon in der ersten Halbzeit in der eigenen Hälfte eingeschnürt – aber es kommt nichts dabei heraus. Und da darf man schon mal nach der Qualität fragen. Ein Lawaree zum Beispiel ist unser bester Torschütze mit zehn Treffern. Trotzdem trifft er gegen Verl zweimal alleine vor dem Torwart nicht, gegen Magdeburg noch nicht mal per Elfmeter. Hallo, welche größeren Chancen braucht ein angeblich „waschechter“ Stürmer noch? Wo wir schon stehen könnten, wenn wir nur die Hälfte aller unserer Torchancen genutzt hätten...

In der letzten Rückrunde spielten wir grottenschlecht, verloren folgerichtig die Spiele und stürzten in der Tabelle ab. In dieser Saison sind wir meist die bessere Mannschaft, verlieren aber trotzdem die Spiele, weil wir die Möglichkeiten nicht nutzen. Sieht vielleicht besser aus, ist im Ergebnis aber eigentlich sogar noch schlimmer. Eine Mannschaft, die aufsteigen will und jedes Spiel, bei dem sie einmal zurückliegt, unter Garantie nicht gewinnt – geht’s noch alberner?

Natürlich. Noch alberner ist ja eigentlich, dass wir immer noch gute Aufstiegschancen haben. 45 Punkte stehen zu Buche, Platz 4, es sind alberne zwei Punkte auf den Tabellenzweiten RW Ahlen. Da geht also noch was. Natürlich nur, falls wir vorher nicht zufällig in Rückstand geraten. Ich habe selten eine Mannschaft gesehen, die sich so sehr auf ihre Abwehr verlassen muss, weil der Sturm anscheinend nicht in der Lage ist, sie im Ernstfall rauszupauken. Traurig, aber wahr. Nur wenn das schleunigst abgestellt wird, macht es Sinn, über so etwas wie Aufstieg zu reden.

Ausblick

Ein Glück, dass es nächste Woche auswärts weiter geht, möchte man meinen. Obwohl, das Spiel beim VfB Lübeck (05.04.08) lässt in mir wieder so ein ungutes Gefühl aufsteigen. Die Lübecker haben zehn ihrer letzten elf Spiele verloren, stehen darüber hinaus auf dem Papier schon als Absteiger fest, weil sie aufgrund ihrer finanziellen Notlage erst gar keine Unterlagen für die neue Dritte Liga eingereicht haben, ihnen also auch Platz 10 nichts mehr nutzen würde. Die spielen mit einer besseren Reservemannschaft, weil sie ihren Kader in der Winterpause zwangsweise verscherbeln mussten. Genau die Art von Mannschaft, gegen die sich Fortuna schon oft kräftig blamierte. Und nicht zu vergessen das Hinspiel, das war ja schon praktisch ein Vorspiel zur Magdeburg-Partie: 90 Minuten überlegen, klarste Chancen nicht genutzt, und durch einen Elfer 0:1 verloren. Ich hoffe mal, dass die Fortuna die 80 Minuten von Verl wiederholen kann, diesmal möglichst für deren 90. Ich schätze, bei der nächsten Niederlage ist nämlich richtig Feuer unterm Dach.

Nur drei Tage später, Dienstag, 08.04.08, gibt es ein besonders Highlight, das FVN-Pokal-Endspiel gegen RW Essen, der Sieger steht in der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde. Die Partie wird in der MSV-Arena zu Duisburg ausgetragen. Da können wir uns schon mal warm anziehen, die Essener nähern sich gerade mit Riesenschritten der 4. Liga, zuletzt verlor man 0:4 in Erfurt, zuvor gar 1:2 zuhause gegen Babelsberg. Das Pokalfinale wird für die wahrscheinlich die letzte Chance sein, in der nächsten Saison auch finanziell noch etwas zu reißen. Entsprechend erwarte ich ein engagiertes Auftreten. Wobei es immerhin lustig ist, ausgerechnet auf Essen zu treffen. Beide Spiele in dieser Saison gegen RWE endeten torlos. Jetzt gibt es also tatsächlich noch Tore in einer Partie Fortuna-RWE zu bestaunen – und wenn es im Elfmeterschießen ist. Anstoß zum Finale ist 19.30 Uhr.

Aufgrund des Finales wurde das nächste Heimspiel auf Sonntag verlegt. Am 13.04.08 kommt der aktuelle Spitzenreiter RW Oberhausen in die LTU-Arena. Schon wieder so eine Kontertruppe, mag man stöhnen. Ich denke, nach diesen drei Spielen wird man klarer sehen, ob die Reise in dieser Saison noch weiter nach oben gehen kann, also leistungsmäßig. Tabellentechnisch sieht man es dann eine Woche später, da hat Fortuna spielfrei, schauen wir mal, wie viel andere Vereine dann aufholen können. Und am 26.04.08 geht es dann zu RW Ahlen, dem aktuellen Tabellen-2. mit seinem Torjäger Lars Toborg, der es bislang auf schlappe 20 Treffer gebracht hat.

Man sieht: es stehen der Fortuna harte Wochen bevor. Vielleicht sogar entscheidende. Und vielleicht geht ja noch was nach oben – wenn man nicht allzu oft in Rückstand gerät...

Richtet jetzt einen Anti-Rückstand-Arbeitskreis ein, weil er doch nicht so ganz aus seiner beruflichen Haut kann: janus