von Janus, 14.11.2007

 

 

Vier weitere Spiele sind vergangen, jetzt es geht es in die Vollen. Auf einen Goldenen Herbst hatte ich am Ende des letzten Artikels gehofft. Ich hoffte vergebens. Obwohl, die nackten Ergebnisse waren nicht überragend, aber auch nicht vernichtend. Aber Fußball ist halt manchmal mehr als nur Fußball. Besonders an Karneval...

Wie man schlecht spielt und 1:0 gewinnt

Am 20.10.07 ging es zum Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund II in den Signal-Iduna-Park. Die letzte Partie dort im März war eine, die in die Rubrik „Wäre ich doch lieber im Bett geblieben“ gefallen war, sowohl was die Anreise als auch den anschließenden Kick betraf. Der interessierte Leser möge dies im entsprechenden Artikel kurz nachhalten. Und auch diesmal standen die Voraussetzungen nicht besonders: die Anfahrt konnte sich nur Nerven aufreibend gestalten, da, egal, welchen Weg man wählte, zahlreiche Baustellen den eifrigen Fan am Weiterkommen zu hindern versuchten. Und das Spiel selbst stand auch unter keinem guten Stern, schließlich traf eine Fortuna, die in den letzten Wochen mehr schlecht als recht gespielt hatte, auf die Truppe, die bis dato rein statistisch gesehen im Kalenderjahr 2007 die beste Mannschaft der Regionalliga Nord darstellte. Bei denen ich mir übrigens zukünftig lustige Sprüche über das unentdeckte Talent Lars Ricken verkneifen muss, denn der gehört mittlerweile fest zum Kader von Dortmund II, so fest, dass er es bereits zum Kapitän gebracht hat. Tja, ist auch eine Art von Karriere. Außerdem fiel er in dem Spiel nun wirklich nicht weiter auf.

Und wie das so ist, wenn man von vorneherein das Schlimmste befürchtet: es kam alles anders. Nicht „ganz anders“, aber eben anders. Die Anfahrt wurde gut gemeistert, zu einigen Umwegen aufgrund der Staulage kam es erst auf dem Rückweg, der ein wenig länger dauerte. Und „ein wenig“ beschreibt auch recht gut das Spiel an jenem Nachmittag: es war ein wenig besser als dieses furchtbare Gebolze einst im März. Aber wirklich nur ein wenig.

Fortuna siegte übrigens 1:0. Natürlich.

3.507 Zuschauer machten den Signal-Iduna-Park voll. Weil man in Dortmund wohl mit gigantischen Zuschauermassen gerechnet hatte, war diesmal sogar die legendäre Südtribüne geöffnet, und in der Tat, wenn ich richtig gezählt habe, verirrten sich dorthin sogar 57 Fans und eine große Schwenkflagge. Der Rest nahm auf der Haupttribüne Platz oder tummelte sich im gut gefüllten Gästeblock. Ich denke, es ist keine Übertreibung, wenn ich von knapp 3.000 Fortuna-Fans unter den Anwesenden ausgehe. Die Fans im Gästeblock hatten sogar den Vorteil, dass dieser vollständig im Sonnenlicht lag, und sie es schön warm hatten, was man von anderen Teilen des Stadions leider nicht behaupten konnte. Und während im Gästeblock der ein oder andere noch präventiv zur Sonnencreme gegriffen haben mag, hatte es unmittelbar vor ihnen schon eingeschlagen: in der 4. Minute war der Ball über links in den Dortmunder Strafraum gebracht worden, wo Abwehrspieler Großkreutz zum Befreiungsschlag ansetzte, der ihm dermaßen daneben ging, dass die Kugel genau vor die Füße von Oliver Hampel trudelte. Der ließ sich nicht lange bitten und haute das Ding aus zehn Metern zur Führung und seinem ersten Saisontor halbhoch rechts in die Maschen. Ein schöner Auftakt.

Dabei blieb es dann aber auch vorläufig. In der ersten Viertelstunde tat sich nicht viel, beide Teams beschlossen, dieses frühe Führungstor einfach mal zu vergessen und damit weiterzumachen, womit ein normales Fußballspiel eigentlich beginnen sollte: mit dem „vorsichtigen Abtasten“. Nach einer Viertelstunde etwa hatten sie genug getastet, und es ging zum Nahkampf über. Dortmund merkte, dass man ja eigentlich Herr im Hause war, und spielte nach vorne. Zunächst war meist am Sechzehner Feierabend, aber so allmählich ging es dann auch weiter. Zum Glück stand weiter hinten auch jemand, der sich einen netten Nachmittag machen wollte: Fortuna-Keeper Michael Melka war groß in Form und rettete allein in der ersten Halbzeit dreimal mit Glanzparaden gegen diverse, vor ihm auftauchende Dortmunder. In der 2. Halbzeit musste er dies nicht einmal mehr tun. Nicht, dass da keine Dortmunder vor ihm aufgetaucht wären! Im Gegenteil, es wurden immer mehr. Die rot-weiße Abwehr, weiterhin mit den wenigsten Gegentoren der Liga, hatte an jenem Tag nämlich mal ein Päuschen eingelegt. Immer nur souverän Tore verhindern kann ja auch ganz schön anstrengend sein. Zeitweise sprang der Ball wie eine Flipperkugel am eigenen Sechzehner hin und her, Versuche nach vorne spielen, mutierten regelmäßig in Befreiungsschläge. Es war wirklich schlecht, was dort geboten wurde. Dass Melka allerdings weniger zu tun bekam als in der ersten Halbzeit, lag am Gegner. Dortmund war nämlich fast noch schlechter. Dreimal tauchten sie völlig frei vor dem Tor auf, dreimal musste Melka sich nicht mal das Trikot schmutzig machen, weil sie freiwillig überall hin schossen, nur nicht aufs Tor. BVB-Coach Theo Schneider hüpfte an der Seitenlinie auf und ab wie das berühmte HB-Männchen und hätte sich wohl am liebsten selbst eingewechselt. Vielleicht hätte er auch mal einen Kompass an seine Spieler ausgeben sollen, zur exakten Standort-Festlegung des Tores. Was seine Schützlinge vor dem Fortuna-Tor ablieferten, war nicht regionalligatauglich.

Dieses Stichwort gilt allerdings auch für die fortunistischen Bemühungen, in der zweiten Halbzeit mal einen Treffer zu markieren. Denn man kam zwar nur höchst selten nach vorne, aber wenn, dann wurde es brandgefährlich, weil Dortmund schon recht früh hinten aufmachte und zum Kontern einlud. Und in einer Sache waren wir nun definitiv besser als Dortmund: den gegnerischen Keeper konnten wir in der zweiten Halbzeit schön warm schießen. Sowohl Axel Lawaree als auch Christian Erwig scheiterten völlig freistehend an Marcel Höttecke und demonstrierten wieder einmal, dass der Wurm im Sturm steckt. Daraufhin dachte Trainer Weidemann wohl, er könne dann doch mal die anderen ranlassen, und wechselte in der Schlussphase Kastrati und Cebe für die beiden Erfolglosen ein. Was dann folgte, kann aber auch unter Berücksichtigung von Höflichkeit und Diplomatie nur noch als „Slapstick“ bezeichnet werden. Eine Minute vor Schluss tauchte Hille völlig frei vor Torwart Melka auf und schoss den Ball, wie es sich gehört, in die Wolken. Und während Melka noch damit beschäftigt war, seine Vorderleute zusammenzustauchen, eine Tätigkeit, der er in der zweiten Halbzeit in höherem Maße nachging als es Bälle zu halten gab, lief bereits der Gegenangriff, tatsächlich mal schnell vorgetragen, was besser unterblieben wäre, denn dann hätte man sich nicht der Peinlichkeit ausgesetzt, den Konter mit drei Spielern gegen einen Abwehrspieler in den Sand zu setzen. Nach unproduktivem Hin- und Hergeschiebe war es schlussendlich Cebe, der aus zehn Metern noch zum Abschluss kam, aber Höttecke konnte parieren, er hatte ja auch lange genug Zeit gehabt, sich darauf vorzubereiten. Übertroffen wurde dieses Desaster nur von einer Aktion eine Minute später: diesmal hieß es Cebe und Kastrati allein gegen den Keeper. Wer an diesem absurden Anblick Schuld war, kann man gerne diskutieren, es spielt auch keine Rolle, ob der Querpass von Cebe am Torwart vorbei zu schlecht war, oder ob Kastrati, der dadurch einen Schritt mehr machen musste, nicht trotzdem das leere Tor hätte treffen dürfen, anstatt die Kugel drüber zu semmeln. Einigen wir uns auf Unentschieden. Der schlechteste Konter in der vielfältigen Geschichte schlechter Fortuna-Konter in den letzten Jahren, und davon gab es wirklich eine Menge. Aber das machte dermaßen sprachlos, dass man glatt das Jubeln vergaß, als das Spiel kurz darauf abgepfiffen wurde. Zum Glück für die beiden Helden, denn wenn wir im Gegenzug noch den Ausgleich kassiert hätten, dann hätte ich wahrlich für nichts mehr garantiert. So blieb es bei einem wichtigen 1:0-Sieg, den Trainer Weidemann nach dem Spiel als schlechtestes Spiel der Mannschaft unter seinem Kommando einordnete. Und der Mann ist ja nicht erst seit gestern Trainer bei Fortuna, da waren so einige Graupenkicks dabei. Neu ist lediglich, dass wir in dieser Saison bei solchen Spielen auch schon mal punkten.
Somit ein ziemlich merkwürdiges Spiel mit ebenso merkwürdigen Umständen. Zum einen war es ein echter Gruselkick, der aber aufgrund so mancher Arbeitsverweigerung in beiden Abwehrreihen (beide Torleute ausdrücklich ausgenommen) eigentlich hätte 4:4 ausgehen müssen, also wenn man nur die Großchancen nimmt. Zum anderen die etwas merkwürdige Regelauslegung des Schiedsrichters, der eine Kopfnuss von Öztekin gegen Heeren kurz vor Schluss nur mit Gelb ahndete. Oder war es doch keine Kopfnuss? Ich selbst habe es nicht gesehen, aber wenn es keine war, dann doch wohl eher Gelb für Heeren wegen Schauspielerei, weil der sich noch behandeln ließ? Aber wenn es auch nur der Versuch einer Kopfnuss war, dann doch wohl eher Rot für Öztekin, da auch der Versuch strafbar ist? All das wären mögliche Optionen gewesen. Aber Gelb für eine „Unsportlichkeit“? Und dabei pfeift Schiri Willenborg noch nicht einmal international, diese Ausrede blieb ihm also auch nicht. Merkwürdige Entscheidung, gelinde gesagt. Da diese Szene sich am Strafraum der Fortuna und somit unmittelbar vor dem Gäste-Fan-Block zutrug, wurde dies von einigen Anwesenden dort genutzt, um einige überzählige Gegenstände, in der Mehrzahl wohl Feuerzeuge, auf den Platz zu werfen, obwohl sie damit auch Reservespieler der Fortuna trafen, die sich neben dem Tor warm liefen. Oder sollte das sogar Absicht gewesen sein? Einigen Mutanten traue ich alles zu, um mal ordentlich Spaß zu haben. Vielleicht war denen auch die direkte Sonneneinstrahlung im Block nicht bekommen, oder sie hatten Schwierigkeiten, zwischen der eigenen und der gegnerischen Mannschaft zu unterscheiden. Soll ja schon mal vorkommen, wenn man sich im Stadion eh weniger für Fußball interessiert. Peinlich war das Ganze auf jeden Fall.

Aber peinlich konnten an jenem Tag nicht nur die Mannschaft und einige Zuschauer, da sprang auch der Boulevard bereitwillig in die Bresche. Der Express titelte am Morgen vor dem Spiel „Heute Sieg, sonst wackelt Trainer Weidemann“. Die hatten sich wohl aus lauter Langeweile zu lange im Fortuna-Forum rumgetrieben. Und ihr Kumpel von der BLÖD brachte gleich mal zufällig seinen alten Kumpel Uwe Fuchs wieder mit ins Stadion. Nach dem Sieg gab es für ihn allerdings nichts mehr zu holen, deshalb unterschrieb er einige Tage später direkt mal beim VfB Lübeck. Glück gehabt. Also ich, nicht er.

Wie man schlecht spielt und 0:2 verliert

Am 27.10.07 kam es dann zum Spitzenspiel in der LTU-Arena. Überraschungs-Tabellenführer Kickers Emden reiste an und brachte einige alte Bekannte mit. Zum Beispiel Thorsten Nehrbauer. Der Regisseur der Kickers spielte in der Saison 1998/99 bei uns. Er kam von Bayer Leverkusen, machte 25 Spiele, wir stiegen in die Regionalliga ab und er wechselte zum FSV Mainz 05. Sein letztes Spiel für Fortuna bestritt Nehrbauer am 17.06.1999, als wir am letzten Spieltag 3:1 bei RW Oberhausen gewannen. Nehrbauer ist inzwischen absolute Führungsfigur in Emden. Dennoch durfte er beim Spitzenspiel nur zusehen. Er hatte nämlich am Spieltag zuvor die Rote Karte gesehen. Da hieß der Gegner – RW Oberhausen.

Dann hätten wir da Rudi Zedi. Er war ein wenig länger bei Fortuna und machte 113 Spiele für uns. Sein Drittletztes ist mir auf ewig unvergessen, jenes 2:3 gegen Eintracht Braunschweig nach einer 2:0-Führung, als er, Zedi, kurz vor Schluss mit einem sehenswerten, aber letztlich für Fortuna fatalen Hackentrick das Siegtor des Gegners einleitete. Es zeugte schon von einer gewissen Größe, nach dem Spiel ohne rot zu werden zu behaupten, dass ein Pünktchen den Rot-Weißen auch nichts genützt hätte. Vor allem deshalb, weil zwei Wochen später der Fortuna genau dieser eine Punkt zum Klassenerhalt fehlte. Also wieder mal Abstieg, diesmal in die Oberliga. Rudi Zedi absolvierte sein letztes Spiel für Fortuna am 18.05.2002, um dann über Chemnitz, Erfurt und Aalen nach Emden zu ziehen, wo er nunmehr das Kapitänsamt bekleidet und in der letzten Saison, im Hinspiel, gegen uns selbstverständlich das Goldene Tor erzielte. Es ist schon erstaunlich, wo man überall Leute wiedertrifft, die mal mit einem zusammen abgestiegen sind. Andererseits gab es davon bei Fortuna ja wirklich reichlich.

Der Coach der Emder heißt im Übrigen Stefan Emmerling, ebenfalls bei uns bekannt als Spieler und Trainer – sowohl bei der Zweiten Mannschaft, kurzfristig sogar als Interimstrainer des damaligen Regionalliga-Teams. Leider konnte auch er den Abstieg nicht mehr verhindern. Und war somit bei Zedis spielentscheidendem Hackentrick sogar noch ein bisschen näher dran als ich. Dies kam übrigens daher, weil er sich schon frühzeitig in jener Saison so schwer am Knie verletzte, dass er seine aktive Karriere beenden musste. Stefan Emmerling machte das letzte Spiel seiner Karriere am 02.09.2001, als unsere Fortuna ein 1:1 bei RW Essen holte. Und da schließt sich der Kreis: Wer erzielte beim damaligen Spiel in der 89. Minute den Ausgleich für Fortuna? Genau, es war Rudi Zedi. Ob es da irgendeinen Zusammenhang gibt? Ich glaube, nein. Aber man kann es ja mal erwähnen.

Erwähnen kann man auch ruhig die besondere Art von Werbung, die sich einige treue Anhänger ausgedacht hatten. Just vor dem Spitzenspiel gegen den Tabellenführer tauchten plötzlich in Düsseldorf vereinzelte „Uwe raus!“-Aufkleber auf. Das nenn ich mal Mannschaft und Verein unterstützen! Andererseits endlich mal das klare Bekenntnis einiger Sachverständiger, dass ihnen ihre persönlichen Animositäten auf jeden Fall wichtiger sind als der Verein, dessen Fans sie angeblich sein wollen. Es wird halt nicht genügend Zauberfußball im Moment geboten. Es wird sowieso ziemlich wenig Fußball geboten im Moment, da braucht man sich nichts vorzumachen. Als großer Kenner des Fußballs wissen einige natürlich ganz genau, wohin das führt: spätestens zur Rückrunde stimmen dann auch die Ergebnisse nicht mehr, wie in der letzten Saison. Das steht so fest wie die Chinesische Mauer. Und daher ist der Trainer zu entlassen, als prophylaktische Maßnahme sozusagen. Darauf kann man doch mal aufmerksam machen, besonders vor einem solchen Spiel! Einer gewissen Zustimmung im Umfeld durfte man sich gewiss sein.

Aber okay, schlechte Werbung ist auch Werbung, also waren es 15.000 Zuschauer, die an jenem Nachmittag das Spitzenspiel sehen wollten. Wobei man von vorneherein ahnen konnte, worauf es hinaus laufen würde: die beiden besten Abwehrreihen der Liga, mit jeweils schwachen Sturmreihen (nur dreizehn bzw. fünfzehn eigene Treffer bis zu jenem Zeitpunkt) – da war relativ klar, dass das erste Tor entscheiden würde. Leider schossen es die Ostfriesen, und Fortuna verlor mit 0:2.

Paradox ist, dass Fortuna besser spielte als gegen Dortmund. Aber mittlerweile hat es sich wohl herumgesprochen, dass die Mannschaft Schwierigkeiten hat, das Spiel zu machen. Und dass das Umfeld, verwöhnt durch den guten Saisonstart und geblendet von der eigenen Überheblichkeit, in Düsseldorf nicht mehr viel Geduld mit der Mannschaft hat. Je länger du ein 0:0 in Düsseldorf hältst, desto leichter wird es. Mit Pfeifkonzerten der gastgebenden Fans für die eigene Truppe im Rücken läuft es sich halt leichter. Also tat Emden erst mal gar nichts, dann ein bisschen, und als es in der zweiten Halbzeit munterer wurde, schlug man eiskalt zu, als Fortuna den Gegner gerade in den Griff zu bekommen schien, und binnen weniger Minuten zwei, drei gute Möglichkeiten herausarbeitete. In der 66. Minute schlug es dann ein, auch wenn die Emder dafür ein wenig die Hilfe von Bundesliga-Referee Gagelmann in Anspruch nahmen.

Kopfballduell an der Seitenlinie zwischen Cebe und einem Emder Spieler, so ca. 30 Meter vor dem Fortuna-Tor. Cebe bleibt am Boden liegen, der Schiri pfeift. Alles denkt, es gibt nun Freistoß für Fortuna, zumal Gagelmann sich auch zu dem verletzten Spieler begibt und ihn begutachtet. Cebe steht wieder auf und kassiert noch ein paar tröstende Worte vom Schiri. Währenddessen haben die Emder das Spiel allerdings mit einem Einwurf fortgesetzt, was wohl vom Assi auch angezeigt wurde. Warum Gagelmann zum Einwurf gepfiffen haben soll, mag er selbst beantworten, keine Ahnung. Jedenfalls, während er noch mit Cebe spricht, läuft das Spiel weiter. Er blickt auf und sieht, wie der Ball von links flach in die Mitte an die Strafraumgrenze kommt, wie de Cock ausrutscht, wie Neitzel die Kugel in aller Ruhe mitnimmt und dann flach rechts unten ins Eck setzt. Und weil ihm dieser Spielzug so gut gefallen hat, gibt er auch gleich das Tor. Auf die Entstehung muss er als Schiri ja auch nicht achten. Mein Eindruck war eher, er hat sich nicht getraut, das Tor jetzt noch zurückzupfeifen. Denn gerade Gagelmann ist als leicht pedantisch bekannt, der alles zurückpfeift, wenn er nicht im Bilde ist. Dazu fällt mir noch eine köstliche Anekdote ein: bei unserem allerersten Spiel in der Arena, am 10.09.04, da erzielte unser damaliger Neuzugang Mariano Pasini ein traumhaftes Freistoßtor zum 2:0-Endstand gegen Union Berlin. Und das gleich doppelt, denn den ersten Freistoß-Versuch hatte er auch schon im Netz untergebracht. Da der Schiri aber der Meinung war, er habe den Freistoß nicht freigegeben, pfiff er ab, ließ das Ding wiederholen (mit demselben Ergebnis, wie bekannt) und zeigte Pasini aufgrund der vorschnellen Ausführung auch noch Gelb. Der Schiri damals – Peter Gagelmann. Diesmal juckte es ihn nicht so sehr, dass ohne sein Wissen weiter gespielt wurde.

Allerdings wollen wir hier die Abwehr der Fortuna nicht außen vorlassen. Die beklagten sich nach dem Treffer lautstark beim Schiri, selbstverständlich ohne Erfolg. Aber selbst wenn der noch so viel Mist baut, sie hat das nicht zu interessieren. Sie hatten sich in dieser Szene viel zu sehr auf den Schiri verlassen und erst gar nicht reagiert, als das Spiel weiterlief. So geht’s auch nicht. Ist wie dieses blöde Armhochheben und Stehenbleiben, weil man meint, es wäre Abseits. Somit auch ein klarer Abwehrfehler. Aber auch wenn ein fader Beigeschmack bleibt, es war clever gemacht und schnell abgeschlossen von den Emdern.

Damit war das Spiel entschieden, denn Fortuna hätte nur noch ein einziges Mal die Gelegenheit gehabt, die Partie zu drehen, als Erwig in der 78. Minute in den Strafraum eindrang, aber lieber selbst den Abschluss suchte, anstatt den besser postierten Kastrati anzuspielen. Emdens Keeper Rickert konnte den Ball halten, und das war’s dann. Emden konterte Fortuna mustergültig aus, hatte noch drei Riesenchancen, die allesamt Melka mit Glanzparaden vereitelte. Der Torwart hielt die Truppe im Spiel, aber die wusste damit nichts anzufangen. Somit war es ein Muster ohne Wert. Und in der 86. Minute war es dann ganz vorbei, als nach einem Befreiungsschlag von Zedi auf der rechten Seite Marcel Reichwein seinem Gegenspieler Henri Heeren relativ leichtfüßig davon lief, rechts in den Strafraum einbog und auch für Melka etwas überraschend flach abschloss. Er schoss dem Torwart den Ball durch die Hosenträger, und die Entscheidung war gefallen. Nix war es mit Emder Fischbrötchen, es gab nur sauren Hering.

Wie man schlecht spielt und 1:0 gewinnt II


Nunmehr folgten drei Spiele am Stück, die jeweils sonntags ausgetragen wurden. Keine Ahnung, warum, vielleicht will der DFB uns ja langsam wieder an die 4. Liga gewöhnen? Den Auftakt dieses Dreierpacks bildete die Partie beim Schlusslicht VfL Wolfsburg II am 04.11.07. Die gewannen wir natürlich 1:0, wie immer. Das ist leider alles, was ich darüber zu sagen vermag. Es war noch schlechter als in Dortmund, ein Gewürge und Gebolze, mit Stockfehlern und Fehlpässen, dass sich jede Thekenmannschaft mit Recht verbeten hätte, mit solch einem „Spiel“ auch nur entfernt in Verbindung gebracht zu werden. Dass Fortuna die Partie gewann, verdankte sie zum einen einer halbwegs konzentrierten Anfangsphase, zum anderen der Tatsache, dass der Gegner eben noch schlechter war, und zum dritten dem Schiri. Bei der Attacke gegen Kastrati in der 10. Minute hätte man nämlich nicht zwingend Elfmeter geben müssen. Der Schiri tat es trotzdem, Lawaree machte den Ball rein, und Fortuna hatte gewonnen. So einfach kann Fußball sein, und so grausam. Ich kann jetzt hier auch noch mehrere Tage sinnierend aus dem Fenster schauen und die Rechtslage beobachten, mir würde trotzdem keine echte Torchance mehr einfallen, die die Mannschaft sich herausgespielt hätte. Haken wir es also ab.

Damit dieses Spiel aber nicht ganz wort- und grußlos an uns vorüber geht, konzentrieren wir uns auf das Drumherum: 747 Zuschauer sahen diese Partie, darunter knapp 700, die auf Seiten der Fortuna waren, von Wolfsburg waren fast nur Spielermuttis da. Hamza Cakir sah als erster Fortune in dieser Saison die fünfte Gelbe Karte und war für das nächste Spiel gesperrt. Markus Anfang und Andy Lambertz spielten erstmals nach ihren Verletzungen aus dem Lübeck-Spiel wieder, ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass eventuell in näherer Zeit so etwas wie spielerische Linie ins Team zurück kehren könnte. Außerdem wurde mit diesem Sieg Historisches geschaffen: erstmals besiegte Fortuna alle in der Liga vorhandenen Zweitvertretungen in der Hinrunde – und auch noch alle zu Null! Das sah in der Vergangenheit meist ganz anders aus, der geneigte Leser mag sich erinnern. Trotzdem, mit solchen „Leistungen“ sorgte die Mannschaft dafür, dass man sich zwar über die drei Punkte freute, aber ansonsten doch ziemlich erschüttert vom Allgemeinzustand des Teams war.

Ach ja, und kurz nach dem Spiel gab es noch eine Meldung, die, wenn sie zuerst in Düsseldorf aufgekommen wäre, einige Fans doch noch zu Jubelstürmen veranlasst hätte: „Trainer nach Fortuna-Spiel entlassen“. Aber es war nicht Uwe Weidemann, um den es ging, sondern Willi Kronhardt, bis zum Abpfiff der Partie gegen uns Coach von Wolfsburg II. Danach nicht mehr. Viel hat er beim Aufsteiger nicht bewegt. Zumindest nicht auf dem Spielfeld. In ihrer Freizeit bewegten die Jungs im Auftrag des Trainers so einiges mehr, denn es stand zu lesen, der pfiffige Willi habe einige Spieler aus seinem Team an einem trainingsfreien Wochentag dazu abkommandiert, ihm bei seinem Um- bzw. Einzug ins neue traute Heim zu helfen. Mal sehen, wie viele Leute er jetzt zusammen bekommt, wenn er wieder ausziehen darf...

Was mir grad noch einfällt: vor diesem Riesenspiel in Wolfsburg gab es ja unter der Woche noch die nächste DFB-Pokal-Hauptrunde. RW Essen und der Wuppertaler SV kamen eine Runde weiter, was mich nicht zu Jubelstürmen veranlassen konnte, schlicht aus finanziellen Gründen. Bei denen rollt jetzt der Rubel ordentlich, was sie in der Winterpause eventuell dazu veranlassen könnte, personell nachzurüsten. Zumal sie ja für die 3. Runde auch echte Hammerlose bekamen, RWE gegen den HSV, der WSV gegen Bayern (das ist die Truppe, die sich derzeit schon mal Treffer durch das Gemächt eines Gegenspielers einfängt...) . Da die Wuppis sofort das Dollarzeichen in den Augen hatten, ist natürlich keine Rede davon, gegen die Bayern in ihrer Bruchbude anzutreten. Zumal das Spiel auch Ende Januar ausgetragen wird, da ist es im Bergischen Land naturgemäß Winter. Und man hätte schon gerne, dass das Fernsehen live überträgt, gibt dann ja noch ein bisschen mehr Geld. Also sucht man seit der Auslosung nach einem Stadion, würdig, den feststehenden Aufsteiger und DFB-Pokal-Sieger und diese Rotationstruppe aus Süddeutschland zu empfangen. Jetzt könnte man meinen, Düsseldorf und die LTU-Arena sind sowohl nah genug an Wuppertal als auch geräumig genug, dieses Spiel ohne große Probleme über die Bühne zu bringen. Aber nicht mit dem Aufstiegsmacher und kommenden Nationaltrainer Wolfgang Jerat. Der sprach sich für Schalke aus und hatte sympathischerweise auch direkt eine Begründung am Start, die er schön offiziell raushaute: „Ich gönne den Düsseldorfern dieses Spiel nicht.“ Sauber, Wolle! Wenn schon ein Arsch, dann auch mit Stil! Denn da der altbekannte Stumpen-Rudi Assauer sowieso seit geraumer Zeit den WSV-Präsidenten Runge berät (oder wie man seine Tätigkeit sonst nennen soll), war eigentlich jedem klar, dass als erste Option die Trinker-Arena auf Schalke begutachtet werden würde. Der Herr Jerat wollte das wohl nur noch mal auch offiziell nachschieben, damit wir uns keine Illusionen machen. Ein weiterer Höhepunkt im Schattendasein dieses Mannes, der sie einfach alle permanent vor den Kopf stoßen muss. Anschließend wollte er aber in Richtung der eigenen Fans noch ein paar Bonuspunkte machen. Vier Tage nach dem glorreichen 2:0 im Pokalspiel gegen Hertha BSC hatte der WSV wieder ein Heimspiel, gegen den HSV II. Mit dieser Pokal-Euphorie im Rücken, und weil der WSV ja auch bekanntermaßen in der gesamten Region überaus beliebt ist, verirrten sich dann doch 3.800 Zuschauer in die Baustelle des damaligen Tabellen-Zweiten. Passend zur Kulisse verlor der WSV auch gleich mit 0:2. Über den mangelnden Zuschauerzuspruch war Jerat wiederum so angefressen, dass er nach dem Spiel vorschlug, bei der Verteilung der Karten für das Pokalspiel (wo immer es denn stattfinden könnte) sollten diejenigen Fans bevorzugt werden, die immer, also auch an jenem Samstag, da seien. Eine schöne Geste, selbstverständlich, und auch absolut nachvollziehbar. Aber im Hintergrund regt sich bei mir doch ein leises Kichern. Da es eh meist seit Jahren dieselben Fans sind, die bei jedem Spiel dabei sind, egal ob Pokal-Hit oder Graupenkick, erinnere ich mich daran, wie WSV-Präsident Runge so vor drei Jahren diesem Teil der Fans, die massiv gegen den damaligen Trainer protestierte, öffentlich empfahl, sich doch eine andere Sportart zuzulegen – und das, nachdem diese Fans gerade 600 km zu einem Auswärtsspiel in Berlin zurückgelegt hatten. Ich schätze mal, von denen dürften auch noch so einige im Block stehen. Vom Präsidenten verwünscht, vom Trainer hofiert – da fahren die Gefühlswelten Achterbahn. Und ich bin doch irgendwie froh, dass ich sie aufgrund der Intervention ihres selbsternannten Mini-Messias wohl nur zum Meisterschafts-Rückspiel in der LTU-Arena sehen muss...

Karneval in Düsseldorf

Apropos Meisterschaft, machen wir doch einfach weiter. Am 11.11.07 kam Eintracht Braunschweig vorbei, um mal „Helau!“ zu sagen. Besonders schade fand ich dies, weil schon seit Monaten feststand, dass Fortuna II an jenem Tage beim Bonner SC antreten würde, sozusagen ein kleines Heimspiel für mich. Das fiel nun leider aus, da die Bonner das Spiel nicht auf den Samstag vorverlegen wollten. Da stand der Tag schon unter einem schlechten Omen.

Vor der Saison hätte jeder gesagt, das wird ein Spitzenspiel. Von der Tabelle her war es das nicht, Eintracht Braunschweig rangiert auf Platz 14. Allerdings eher deshalb, weil sie den Saisonstart gemeinsam mit Rot-Weiß Essen völlig verschlafen hatten. Dafür waren sie jetzt acht Spiele in Folge unbesiegt. Gemessen an der Kaderstärke ist die aktuelle Platzierung ein Witz. Es liegt nun aber an ihnen, frühzeitig zu beweisen, dass sie mehr können, bevor sie zu einem noch größeren Witz werden, wie beispielsweise Holstein Kiel in der letzten Saison. Und da scheinen sie derzeit auf einem guten Weg. Man konnte also getrost den derzeitigen Tabellenplatz der Blau-Gelben vergessen und eine richtig starke Truppe erwarten.

Und die kam dann auch. Oder waren unsere wieder so schlecht? Keine Ahnung, auf jeden Fall sahen sie in der ersten Viertelstunde kein Land, Braunschweig war vor 11.300 Zuschauern, darunter eine wirklich beeindruckende Gäste-Schar, klar besser. Schon nach zwei Minuten hätte es 0:1 stehen müssen, aber die scharfe Hereingabe von links verpassten Freund und Feind, darunter auch ein Braunschweiger, der am 5-m-Raum völlig frei stand und sich darüber anscheinend genau so wunderte wie seine abseits staunenden Gegenspieler. Es war nur eine Frage der Zeit, wann es im Kasten von Michael Melka klingeln würde. Nach 17 Minuten war es soweit: von der rechten Seite wurde ein Flanke hinter den langen Pfosten gezogen, und dann trat das Braunschweiger Sturm-Duo in Aktion: Oehrl legte den Ball per Kopf in die Mitte ab, wo Schembri aus kurzer Distanz einnickte. Torwart Melka sah bei der Flanke nicht gut aus, meines Erachtens hatte er sich verspekuliert und damit gerechnet, dass der Ball ins Aus gehen würde. Deshalb war er sichtlich erstaunt, als hinter ihm Oehrl auftauchte und den Ball über ihn hinweg wieder Richtung Strafraummitte nickte. Aber auch der Herr Schembri stand dort keinesfalls alleine im Weg herum, drei Fortunen waren auch vor Ort. Der nicht gerade als Riese bekannte de Cock wurde von der Kopfball-Vorlage überflügelt und Langeneke und Spier sprangen zwar mit Schembri hoch, waren aber nur dabei, statt mittendrin. Und schon stand’s 0:1. Ein schöner Spielzug, aber natürlich darf das Tor so niemals fallen.

Braunschweig war weiter klar überlegen, unsere bekamen so gut wie nichts auf die Reihe. Auch die einzige richtige Chance in der ersten Halbzeit resultierte eher aus einem Getümmel nach einer Ecke, als die Braunschweiger den Ball nicht aus dem Strafraum hauen konnten. Andy Lambertz rauschte heran und drosch die Kugel aus ca. zwölf Metern irgendwo dahin, wo niemals die Sonne scheint, so ungefähr sechs mal sechs Meter daneben und drüber. Mein Gott!

Nachdem die Mannschaft mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Pause verabschiedet worden waren, müssen die Braunschweiger in der Kabine etwas getan haben, das noch keinem Fußballer bekommen ist: nachdenken. Und dabei muss ihnen aufgefallen sein, dass wir bei unseren drei Niederlagen in dieser Saison jeweils kein Tor erzielen konnten. Oder andersrum ausgedrückt: wenn man gegen uns ein Tor schießt, dann reicht das. Anders ist es für mich nicht zu erklären, dass sie in der zweiten Halbzeit den Vorsprung nur noch verwalteten, anstatt uns den Rest zu geben. Bis zur turbulenten Schlussphase, die gleich aufs Tapet kommt, hatten sie nur noch eine einzige echte Torchance, einen Kopfball des eingewechselten Sreto Ristic, der die Kugel aber in Rücklage über das Tor setzte. Ansonsten nix.

Von der Fortuna kam auch nicht viel mehr, aber man gewann jetzt den ein oder anderen Zweikampf und hatte aufgrund akuter Braunschweiger Unlust plötzlich auch mehr Platz im Mittelfeld. Hinzu kam, dass besonders Kapitän Andy Lambertz (Henri Heeren zur Abwechslung verletzt...), in der ersten Halbzeit eigentlich nur gedanklich auf dem Platz, in Durchgang Zwei mächtig loslegte und das Spiel an sich riss. Und dann gab es auch ab und zu Gefahr vor dem Tor, aber nichts Zwingendes. Die beste Chance hatte noch Kastrati, der, ansonsten völlig indisponiert, um es mal höflich auszudrücken, einen Kopfball knapp am Tor vorbei setzte. Trainer Weidemann reagierte diesmal ungewohnt früh für seine Verhältnisse und bracht schon nach 59 Minuten Cebe für Christ, anschließend Erwig für Kastrati. Wie gesagt, der Albaner war einer der schlechtesten Spieler auf dem Platz. Das kann man natürlich schon mal dahin gehend honorieren, ihn bei der Auswechslung ordentlich auszupfeifen. Das wird ihn bestimmt derart motivieren, dass er bei seinem nächsten Einsatz, wann auch immer, direkt drei Buden machen wird. Prima.

Etwas verwirrend auch der Support der Fans, der in der grottenschlechten ersten Halbzeit gut war, im Laufe des Spiels aber immer mehr nachließ, obwohl Fortuna dann klar überlegen war. Und natürlich gab es Mitte der zweiten Halbzeit auch schon die ersten „Uwe raus!“-Rufe von der Südtribüne. Unterstützung mal anders. Schließlich ist der ja sowieso alles Schuld.

Kommen wir also zur Schlussphase, in der zunächst der Schiri ordentlich abräumte. Und zwar zu Recht. Herr Zwayer war zwar bis dato eher dadurch aufgefallen, dass er behutsam auf den ausgeprägten Redefluss der Braunschweiger eingegangen war, die besonders in der zweiten Halbzeit an jedem Pfiff etwas zu diskutieren fanden. Aber irgendwann bringt so ein Talent zum Zuhören ja auch mal was.

80. Minute: halbrechts, ca. 30 Meter vom Braunschweiger Tor entfernt, Foul von Dogan an einem Fortunen. Gelb für den Braunschweiger. Der entfernt sich von der Szene, Fortuna will den Freistoß ausführen, auf einmal winkt der Schiri-Assi mit seinem Fähnchen und will seinem Meister mal eben etwas mitteilen. Und da der ja im Laufe des Spiels schon bewiesen hat, dass er ein verständnisvoller Zuhörer ist, widmet er sich dann auch mal wieder einige Zeit seinem Kollegen. Er hört genau hin, und anschließend geht er aufs Spielfeld zurück und zeigt Cebe die Rote Karte sowie Dogan Gelb/Rot. Warum, war mir erst völlig schleierhaft, ich hatte nichts gesehen, und musste mir erst vom Fernsehen die Aufklärung geben lassen: anscheinend hatte Dogan nach seiner Verwarnung beim Abgang Cebe noch provoziert und ihm auf den Fuß getreten, was dieser mit einer Ohrfeige beantwortete. Woraufhin Dogan dann natürlich auch die Rote für seinen Gegenspieler sehen wollte. Schlussendlich für diese Meckerei warf der Schiri ihn dann gleich mit runter. Für beide eine ordentliche Leistung: Cebe brauchte nur 21 Minuten von seiner Einwechslung bis zu einer dreiwöchigen Pause, Dogan kassierte in ein und derselben Szene erst Gelb, dann Gelb/Rot. Schafft auch nicht jeder.

Die Karten waren absolut berechtigt, außer dem Assi hätte es aber niemand gesehen. Respekt!

Der anschließende Freistoß brachte natürlich nichts ein. Weiter 0:1

83. Minute: Endlich mal ein Angriff der Braunschweiger, Anspiel an den 16-m-Raum, Oehrl ringelt sich um Adrian Spier, dieser hält ihn am Trikot. Leider war er letzter Mann, Schiri Zwayer zog sofort Rot, wiederum zurecht. Schade für den erst 19jährigen Spier, der bis dahin eine sehr souveräne Partie abgeliefert hatte. Aber im Nachhinein muss man sagen, dass die Aktion (und die tags darauf verkündete zweiwöchige Sperre) nicht völlig unsinnig war, denn: der anschließende Freistoß brachte nichts ein. Weiter 0:1.

88. Minute: Konter der Braunschweiger, zwei gegen einen. Wären das unsere gewesen, hätte man sich entspannt zurücklehnen können, denn wie die so etwas zu lösen pflegen, hat man in Dortmund wieder gesehen. Aber leider sind es zwei Braunschweiger, die es daher klug zu Ende spielen, mit dem Ergebnis, dass Ristic alleine auf Melka zuläuft, diesen überläuft, und von ihm zu Fall gebracht wird. Elfmeter für Braunschweig. Das soll dann wohl die Entscheidung sein. Horacek läuft an – und fabriziert eine Uli-Hoeneß-Gedächtnis-Granate, die wie ein Komet in den tristen Düsseldorfer Nachmittags-Himmel schießt. Ich glaub, es war sogar noch ein Schweif dran. Ein schöner Anblick. Und eigentlich nicht verwunderlich, denn es war von fünf Strafstößen, die Braunschweig in dieser Saison zugesprochen bekommen hat, bereits der vierte, den sie verschossen. Solch ein Problem kenne ich noch aus Oberligazeiten und bin daher froh, dass es andere Vereine auch mal haben. Oder mit anderen Worten: der anschließende Strafstoß brachte nichts ein. Weiter 0:1.

90. Minute: irgendwie gelangt der Ball hoch ca. 20 Meter vor das Braunschweiger Tor. Dort gewinnt Palikuca, kurz zuvor für Hergesell eingewechselt und eben aufgrund seiner Kopfballstärke vom Trainer sofort nach vorne beordert, das Kopfballduell und legt den Ball auf Lawaree, der am Sechzehner mit dem Rücken zum Tor steht. Und was dann passiert, sehen wir so selten, dass es durchaus mal ausführlich beschrieben werden kann: Lawaree leitet die Kugel mit dem linken Außenrist mittels „No-Look-Pass“ über seinen Gegenspieler in den Strafraum weiter, genau in den Lauf von Erwig, der nimmt das Ding mit der Brust mit und haut es dann volley aus vollem Lauf und ca. 8 Metern unter Latte. 1:1, Ausgleich, ein Wahnsinns-Tor. Wahnsinnig glücklich natürlich auch, aber bitte, wenn der Gegner nicht will...
93. Minute: Solo von Andy Lambertz über rechts, dann kurvt er am Strafraum in die Mitte und bedient in letzter Amtshandlung noch Markus Anfang. Der schlenzt die Kugel jedoch am Tor vorbei, und kurz darauf ist Spiel aus. Das wäre auch des Guten ein bisschen zuviel gewesen. Obwohl, ich hätte es natürlich gerne genommen...

Was blieb nach diesem Spiel, nach diesen Wochen? Optisch sieht es ganz gut aus; Fortuna steht auf Platz 3 mit 29 Punkten, zwei Punkte hinter einem Aufstiegsplatz, und acht Punkte vor dem bösem Platz 11. Andererseits spielten sie schon seit Wochen in jedem Spiel mindestens eine Halbzeit wie von einem anderen Stern, und zwar vorzugsweise wie ein Schwarzes Loch (für Klugscheißer: Definition Schwarzes Loch nachschauen, das sind Sterne!). Das wirkt manchmal saft-, kraft- und lustlos, Fehlpässe en masse werden produziert, außerdem wird ständig versucht, Sitzriese Lawaree hoch anzuspielen, worauf man sich dann wundert, dass die Kugel beim Gegner landet. Zudem ist bei der Mannschaft eine massive Unsicherheit zu beobachten, besonders bei Heimspielen, und besonders, wenn man mal zurück liegt. Die immer mehr um sich greifende Abneigung des Publikums gegen den Trainer schien auch die Mannschaft zu verunsichern, zumal man sich im Publikum nicht sehr geduldig zeigte. Und wer bei Platzverweisen die dezimierte Truppe mit „Uwe raus!“-Rufen aufmuntert (wie gesagt: bei Platzverweisen!), der zeigt auch der Mannschaft recht deutlich, dass sie ihm am Arsch vorbei geht.

All dies hatte die Führung des Vereins anscheinend aufmerksam registriert. Denn nach dem Spiel zog man sich in eine Ecke zurück, diskutierte ein bisschen, und warf einige Stunden später, am Montag Morgen, 12.11., den Trainer raus. Und nun sage noch einer, uns Düsseldorfern fiele zum Karneval nix Neues mehr ein! Ist doch mal was anderes als ständig nur Schunkeln und Bützen.

Man kann so eine Trainer-Entlassung natürlich von zwei Seiten sehen, diese ganz besonders. Und den Service gönne ich mir, ich biete euch beide an:

Die Mannschaft steht auf Platz 3 der Tabelle. Es sind zwei Punkte bis zum Tabellen-2. Erfurt, drei Punkte bis zu Tabellenführer Emden, der sogar noch ein Spiel mehr hat. Die Truppe ist voll im Soll, hat die mit Abstand beste Abwehr der Liga. Deshalb fällt es auch meistens nicht so auf, dass der Sturm nicht besonders treffsicher ist. Sechs 1:0-Siege zeigen deutlich die Stärken und Schwächen der Mannschaft auf. Das Ziel des Vereins in dieser Saison ist vorrangig die Qualifikation zur eingleisigen Dritten Liga. Derzeit beträgt der Vorsprung auf Platz 11 satte acht Punkte. Die letzten Spiele waren zwar nicht gut, aber wenn man sich die Ergebnisse anschaut, auch nicht völlig erfolglos, so wie in der letzten Rückrunde.

Unter diesem Blickwinkel ist die Entlassung ein Witz. Fortuna entlässt einen Trainer, der auf Platz 3 der Tabelle steht, noch dazu fällt die Entscheidung an Karneval. Würden wir Erste Liga spielen, wären wir in der Berichterstattung die Lachnummer der Fußball-Nation, es sei denn, wir würden zufällig Bayern München heißen, was wir zum Glück nicht tun. Hinzu kommt, dass ihn dieselben Leute feuerten, die ihm im März den Vertrag um zwei Jahre bis 30.06.2009 verlängert hatten. Wird also auch noch ein teurer Spaß nebenbei. Der Mann machte seinen Job im Rahmen seiner Möglichkeiten und wird zum Dank dafür gefeuert. Der Vorstand geht jetzt also voll auf Risiko. Wenn ich jemanden entlasse, der die Mannschaft auf Platz 3 geführt hat, weil ich mir erhoffe, dass es mit einem neuen Trainer besser wird – dann kann das Ziel jetzt nur Aufstieg heißen, alles andere macht keinen Sinn. Passend dazu erschien am nächsten Tag in einer Düsseldorfer Zeitung sofort mal der Hinweis, wie aus seriösen, selbstverständlich unbekannten Quellen bekannt geworden sei, habe der Verein sein Budget für diese Saison bereits jetzt um 50 % überzogen. Wie auch immer das gehen soll. Die nachverpflichteten Spieler Lawaree und de Cock sollen ja von Sponsoren finanziert werden. Wenn sie denn zahlen würde, da soll es wohl auch die ein oder andere Unregelmäßigkeit geben. Da fällt einem sofort das Beispiel Berthold wieder ein, der zunächst von der Baufirma für die Arena bezahlt werden sollte, anschließend wurde in letzter Minute der Vertrag geändert, sodass Berthold sein Geld von Fortuna erhielt und die wiederum ihr Geld für Berthold von der Baufirma – bis die gar nicht viel später pleite ging, und Fortuna die gesamten Kosten an der Backe hatte. Droht dies hier auch? Ich kann dazu nichts sagen, dafür bin ich zu weit ab vom Schuss. Überraschen würde es mich indes nicht. Die Entlassung ist lächerlich, der Trainer ein reines Bauernopfer, weil man halt nicht ein Dutzend Spieler feuern kann, die angeblich seit Monaten unter ihren Möglichkeiten spielen. Wobei sich kein Mensch fragt, ob die vielleicht tatsächlich nicht besser können.

Und hier die andere Seite: Fortuna steht zwar auf Platz 3, hat aber von den letzten 8 Partien nur zwei gewonnen. Wenn man die letzten vier Spiele vor der Winterpause auch noch vergeigt, kann der Kontakt nach oben verloren gehen. Und wie schnell es dann runter gehen kann, hat man in der letzten Rückrunde gesehen, als die Truppe völlig einbrach und, wenn man die Qualifikation auf die letzte Saison beziehen mag, den Klassenerhalt, nämlich Platz 10, erst am letzten Spieltag klar machte. Und da die Truppe in den letzten Wochen wirklich nur unterdurchschnittliche Leistungen brachte, kann man sich an fünf Fingern abzählen, wie es in der Rückrunde abgeht. Zumal der erhoffte Befreiungsschlag von Woche zu Woche ausbleibt. Insbesondere die Unsicherheit, die das Team befällt, sollte man unvorhergesehenerweise einmal in Rückstand geraten, gibt sehr zu denken. Auch weiß man nicht, wie es intern aussieht. Schon in der letzten Rückrunde hatte es augenscheinlich nicht mehr gestimmt. Die erfahrenen Spieler Albertz und Feinbier sollen ihren Führungsanspruch jüngeren Mitstreitern und auch dem Trainer gegenüber zum Teil sehr deutlich zum Ausdruck gebracht haben. Denis Wolf soll mehr auf abendlichen Disco-Besuche gestanden haben als auf morgendliches Training. Aktuell macht er in Erfurt eine Bude nach der anderen. Soll, soll, soll, wer weiß es schon genau? Auch Spielern, die sich ausheulen, sollte man nicht alles abnehmen. Aber souverän wirkte der Trainer damals wie heute nicht.

v Und ich glaube auch, dass ihm nicht unbedingt die aktuelle Spielweise der Mannschaft das Genick gebrochen hat, sondern die letzte Rückrunde. Und somit die pure Angst vor einer Wiederholung. Ja, es wird eine Zittersaison, es steht sehr viel auf dem Spiel. Also zog man die Notbremse – und legte damit die Messlatte gleich noch ein wenig höher. Ein neuer Trainer wird nicht zu beneiden sein. Der könnte jetzt zum gefeierten Helden oder aber zum Totengräber werden.

Ein neuer Trainer? Kein Name? Genauso ist es, man hat noch keinen, und wird auch so schnell keinen bekommen. In den letzten vier Spielen bis zur Winterpause wird der Manager Wolf Werner zusammen mit Co-Trainer Uwe Klein das Team betreuen. Ein neuer Trainer soll erst zur Winterpause kommen, oder auch nicht. Denn wie formulierte es Vorstandsmitglied Thomas Allofs auf der Pressekonferenz zur Entlassung so schön, nachdem schon gesagt wurde, dass Fortuna einem neuen Trainer keine Unsummen in den Rachen werfen würde (oder könnte?): „Am liebsten wäre uns ja, wenn Wolf Werner einschlägt. Das wäre wahrlich die billigste Lösung.“ Und das wiederum klingt sehr verräterisch nach Kurzschlusshandlung. Und eben doch nach Bauernopfer, nachdem man zuletzt besonders in den Heimspielen gemerkt hatte, dass der Trainer beim Volk, das immer alles besser weiß, kein Standing mehr hatte.

Natürlich kommt bei solchen Fällen sofort die Frage auf, ob die Mannschaft zuletzt gegen den Trainer gespielt haben könnte. Ich glaube das ja nicht, aber wenn doch, dann gratuliere ich jetzt schon recht herzlich zum Aufstieg. Denn wenn man in den letzten vier Grottenkicks gegen den Trainer gespielt – und dabei noch 7 Punkte gemacht hat, wer soll sie dann jetzt noch aufhalten, wenn sie es wieder Ernst nehmen? Und damit ist dieser Aspekt für mich durch.

Aber vielleicht war es auch die richtige Entscheidung? Da ich gerne ab und zu auch über den rot-weißen Tellerrand schaue, fällt mir zu dieser Entlassung natürlich sofort das Beispiel Borussia Mönchengladbach ein. Da feuerte man „Trainer“ Horst Köppel (an dessen Qualifikation ich bis heute zweifle, nach dem, was der bei uns 1992/93 zum Glück nur über einen begrenzten Zeitraum durfte) nach Ende der Saison 05/06, die man als Zehnter abschloss. Voller Empörung beschwerte sich Horschtl wochenlang über die Entlassung, weil das Team unter seiner Leitung mit diesem Tabellenplatz deutlich besser gewesen sei als in der Saison zuvor, als mit ihm als Interimstrainer erst kurz vor Saisonende der Klassenerhalt gelang. Es gab nicht wenige, die ihm damals Recht gaben. Was sie übersahen, und Horschtl ihnen natürlich nicht mitteilte: der Platz 10 war nur auf die gute Platzierung und Punktausbeute nach der Hinrunde zurückzuführen, da war man nämlich Siebter. In der Rückrunde stellte man die zweitschlechteste Bundesliga-Mannschaft, sprich: schlimmer ging es kaum noch. Und da zog der Verein die Notbremse zu spät, zwar holte man den Heynckes-Jupp, aber der bekam die Truppe nicht mehr in den Griff. Die Parallelen zum Fall Weidemann sind unverkennbar.

Ich will unserem Vorstand nicht unterstellen, er habe in der Trainerfrage ausgerechnet an Mönchengladbach gedacht. Aber ich denke schon, dass Weidemann am Horschtl-Syndrom gescheitert ist. Und an der Angst vor dem, was nächstes Jahr eventuell kommen könnte.

Uwe Weidemann war fast auf den Tag genau drei Jahre Trainer bei Fortuna (24.11.2004). Das erlebt man hier nicht oft, deshalb denke ich, dass ich mir ein Dankeschön nicht verkneifen kann. Seine herausragendste Leistung war sicherlich der Klassenerhalt in der Aufstiegssaison, als er die vollkommend deprimierte Truppe auf einem Abstiegsplatz übernahm, und in der Rückrunde überhaupt nur ein Spiel verlor. Aber auch schon damals waren zu viele Unentschieden dabei, sodass man noch lange zittern musste. Seine Spielweise war immer von Vorsicht geprägt. Das lässt sich hier halt nicht gut verkaufen. Marktschreier gibt es in jedem Verein im Dutzend billiger, klar, die müssen ihre Ware ja auch nicht verkaufen, um leben zu können. Wollen mal sehen, wo die alle hin sind, wenn das nächstes Jahr schief gehen sollte...

Aber natürlich erhoffe ich mir eine Besserung des Spiels, in den letzten Wochen war es wirklich nicht mehr feierlich. Ein kleines Bisschen davon zeigte die Mannschaft nur einen Tag später, als man in einem Testspiel den 1.FC Köln vor knapp 3.000 Zuschauern überraschend mit 3:2 besiegte. Überraschend deshalb, weil man zur Pause mit 3:0 führte, obwohl Kölns Trainer Messias, formerly known as Christoph Daum, durchaus eine Truppe auf dem Platz hatte, die in dieser Zusammenstellung auch in der Zweiten Liga auflaufen könnte. Entsprechend verschnupft (ja, um diesen Kalauer kam ich jetzt nicht herum) war der Kölner Trainer auch. Erst als er in der zweiten Hälfte auch Spieler aus der Oberliga einsetzte (und Fortuna natürlich auch), kamen die Kölner noch einmal heran, aber nicht mehr zum Ausgleich. Zweimal Lawaree und Asaeda bescherten dem neuen Trainer-Duo einen gelungenen Einstand, auch wenn es natürlich ein Muster ohne Wert war, denn wen interessiert schon ein Testspiel? Aber die Mannschaft konnte ein wenig Selbstvertrauen tanken, besonders in der ersten Halbzeit, als man die Jungs von der Bahnhofskapelle teilweise schwindlig spielte. Entscheidend ist jedoch die Meisterschaft. Und da geht es am Sonntag, 18.11.07, zum Aufsteiger nach Babelsberg. Und dann kommt es knüppeldick bis Weihnachten: erst das Top-Spiel gegen RW Erfurt, aktuell spielerisch wohl die stärkste Mannschaft der Liga, anschließend Rückrundenstart gegen Union Berlin und bei RW Essen. Und dann wird man sehen, wohin die Reise geht. Hoffen wir also, dass „Opa“ Wolf Werner genauso einschlägt wie Hans Meyer, den sie vom Rosenzüchten wegholten. Und dass er nicht auch am Horschtl-Syndrom leiden wird.

Tja, und wer dann Nachfolger wird? Ein bisschen Angst habe ich ja schon, drei Spezies von mir sind derzeit in Reichweite: Aleksandar Ristic arbeitet wieder, sogar schön in der Nachbarschaft, beim KFC Uerdingen, der könnte ein Ristic IV reizvoll finden; Holgi „Ich bin doch immer Fortuna-Fan geblieben“ Fach sitzt in Paderborn zwar noch im Sattel, aber wenn er bis zur Winterpause immer noch kein Spiel gewonnen hat, dürfte das Pferd auch langsam scheuen; und Mini-Messias Wolfgang Jerat stand beim WSV ja schon kurz vor dem Rauswurf und spielt derzeit mit seiner Truppe auch nicht zwingend überragend (zuletzt 0:3 in Dresden). Wenn der noch ein paar Mal vor dem Spiel mit seinem Hund spazieren geht, könnte er auch bald frei sein...

Das sind meine Albträume. Träume hab ich derzeit keine. Der Verein hat es erfolgreich geschafft, mich mit seiner Angst anzustecken. Jetzt soll er sich verdammt noch mal auch den Arsch aufreißen, um sie mir wieder zu nehmen.

Tschö, bis Weihnachten: janus