von Janus, 1.3.2008

 

 

Weiter geht’s im munteren Reigen. Die Regionalliga Nord ist wieder da und schlägt weiter lustig ihre Kapriolen. Aber auch in der Winterpause und im Pokal war so einiges los, weshalb wir schwungvoll sofort einsteigen. Schließlich will ich in Urlaub!

Winterpausen-Kapriolen


Also diesmal konnte man in der Winterpause wirklich sagen: Mann, hier geht’s ab! Wobei die eigentlichen Hämmer ja bei der Konkurrenz passierten. Aber auch bei uns war es keineswegs langweilig.

Nachdem der neue Trainer Norbert Meier seine Truppe ein wenig kennen gelernt hatte, ging er hin und gewann mit ihnen mal eben die Hallenturniere in Leipzig und Erfurt, wurde Zweiter beim Parkettwienern in Cloppenburg, putzte A-Ligist TuS Gerresheim 14:1 (oder 15, selbst die Chronisten der örtlichen Presse kamen mit dem Zählen nicht nach) und gewann 5:0 beim SSV Südfeldmark. Das waren alles keine dollen Dinger, dienten aber immerhin zum Einspielen. Und wie gut das geklappt hatte, konnte man dann beim sogenannten „Wintercup“ in der LTU-Arena am 19.01.08 bewundern. Im ersten Spiel (über 45 Minuten) haute man mal eben Werder Bremen 3:1 weg. Und das war noch geschmeichelt, Werders Keeper Tim Wiese verhinderte eine höhere Pleite. Natürlich war das alles nicht so Ernst zu nehmen, aber immerhin, Werder trat, mit Ausnahme von Diego, in Bestbesetzung an, Frings, Borowski, Mertesacker, alles da. Aber so hatte sich Coach Thomas Schaaf das wohl nicht vorgestellt, prompt strich er nach dem Spiel seiner Mannschaft den eigentlich geplanten trainingsfreien Sonntag, so vergrätzt war er über diese Leistung. Wir hingegen rieben uns verwundert die Augen, nicht nur aufgrund des Sieges, auch aufgrund der Torschützen: zweimal Erwig, einmal Lawaree – alles Stürmertore! Noch unfassbarer war dann das Finalspiel gegen Borussia Dortmund. Die hatten zuvor Bayer Leverkusen 5:0 weggefidelt, durch fünf Treffer in vierzehn Minuten. Beide Teams liefen zum Finale eher mit der zweiten Garnitur auf, und Fortuna gewann durch ein Tor in der vorletzten Spielminute von – Bekim Kastrati. Noch ein Stürmertor, die Wunder nahmen gar kein Ende mehr. Und für einen weiteren Stürmer, den langzeitverletzten Ivan Pusic gab es auch noch etwas für die Motivation: er wurde im Finale eingewechselt, sein erster Einsatz seit seinem Kreuzbandriss im Sommer. Und wenn er in einigen Jahrzehnten seinen Enkeln, die mit glänzenden Augen auf seinem Schoß sitzen, von seiner schweren Verletzung in jungen Jahren erzählen wird, dann kann er das Ganze zu einem schönen Happy-End bringen, indem er lässig hinwirft: „Mein Comeback war übrigens am 19.01.08 – gegen Borussia Dortmund!“ Das kann wirklich nicht jeder Fußballer von sich sagen! Anschließend sollte er sich aber, seinem dann erreichten Alter als Opi entsprechend, stocktaub stellen und die begeisterte Nachfrage der Enkel: „Toll! War das in der Bundesliga oder im DFB-Pokal?“ einfach mal überhören...

Somit gewann Fortuna den Wintercup, und Kapitän Henri Heeren hob sich fast einen Bruch bei dem Versuch, den völlig überdimensionierten Pokal des örtlichen Event-Sponsors in den Himmel zu recken. Ein netter Nachmittag in der Turnhalle. Dies ist übrigens wörtlich zu nehmen, denn das Dach der Arena war während des gesamten Turniers geschlossen.

Drei Tage später kam der FC Bayern zum Testspiel in die Turnhalle (siehe oben), damit das DSF in der Winterpause auch mal ein Spiel ihrer einzig wahren Heroen live übertragen konnten. Am Ende des Spiel stand ein 3:2 für Bayern, das war durchaus okay. Wobei das Ergebnis von vorne herein feststand: fast auf den Tag genau vor drei Jahren hatten die Bayern schon mal zum Testspiel vorbei geschaut. Damals hatte Marcel Podszus nach exakt 99 Sekunden nicht das leere Tor, sondern die dazu gehörige Torlatte getroffen. Diesmal dauerte es nur unwesentlich länger: nach 7 Minuten zog Andy Lambertz aus halbrechter Position ab, Olli Kahn konnte nur bewundernd hinterher schauen, aber natürlich klatschte der Ball gegen den Pfosten. Wie üblich halt. In der zweiten Halbzeit gönnten die Bayern ihrem Torwarttrainer Bernd Dreher mal einen Einsatz, und der merkte gleich, dass er auf der Bank besser aufgehoben ist, denn wir schenkten ihm noch zwei Stück ein. Eins machte schon wieder Erwig, man konnte vor lauter Stürmertoren fast glauben, wir hätten endlich einen Sturm, das zweite markierte Olivier de Cock, der sich auch in der Meisterschaft schon längst einen Treffer verdient hätte. Man konnte nicht unzufrieden sein.

Noch einmal vier Tage später kam der aktuelle Tabellenführer der Zweiten Liga, Borussia Mönchengladbach, ins kleine Stadion (kein Dach) am Flinger Broich. Wobei es mich schon wunderte, dass man das Spiel gegen Mönchengladbach nicht sofort nach den Ereignissen des Samstags zuvor werbewirksam aufbereitet hatte. Schließlich hatte Gladbach im vergangenen Jahr den Wintercup geholt, wir in diesem. Da hätte man das Spiel schnell zum „Wintercup-Supercup“ hochst(er)ilisieren können. Obwohl, dafür hätte man dann einen noch größeren Pokal gebraucht, als denjenigen, den Henri Heeren eine Woche zuvor im beidarmigen Reißen stemmen konnte, was ihm gleichzeitig die Qualifikation für die Gewichtheber-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen in seiner Gewichtsklasse beschert haben dürfte. Und wir wollten ja nicht, dass der Kapitän des Siegerteams anschließend bewusstlos zusammenbricht.. Vielleicht also doch keine so gute Idee.

Das Spiel hingegen war schon eine gute Idee. Gladbach, das fünf Tage später zum Rückrundenstart gegen den 1.FC Kaiserslautern antreten musste, lief durchaus mit etwas auf, was man als erste Garnitur bezeichnen konnte. Mit dabei auch Nando Rafael im Sturm. Bei dem käme in Gladbach zwar niemand auf die Idee, ihn als erste Garnitur zu sehen, aber für das Spiel gegen die Region würde er gesetzt sein, weil Rob Friend gesperrt und Colautti verletzt war, deshalb ließ Trainer Luhukay ihn auch gegen uns spielen. Ein Glück. Also für uns. Der Mann verzückte uns mit der Demonstration, dass es tatsächlich Stürmer geben kann, die noch schlechter treffen als unsere. In einem Fall schob er den Ball am leeren Tor vorbei, in einem anderen setzte er den Ball aus fünf Metern an Torwart Melka und auch wieder am Tor vorbei. Schön anzusehen.

Schön anzusehen auch, was die eigene Truppe bot, denn nach der Anfangsviertelstunde spielte man druckvoll nach vorne, erarbeitete sich gute Chancen und gewann auch dieses Spiel tatsächlich mit 3:1. Zunächst traf Andy Lambertz zur Führung, anschließend mit Heidinger schon wieder ein Stürmer zum 2:0, Gegentor durch Schachten, und dann kurz vor Schluss, ein Sahne-Konter, erfolgreich abgeschlossen durch – den schönen Claus, formerly known as Claus Costa. Bei dem hätte ich noch nach dem Bayern-Spiel gewettet, dass er niemals ins Tor treffen würde, vier Tage später belehrte er mich eines Besseren. Tja, und wenn schon der schöne Claus trifft, dann kann eigentlich nichts mehr anbrennen. Und genau so war es auch. Wieder ein netter Erfolg für’s Prestige.

Besonders über die linke Angriffsseite wurde Gladbach in der ersten Halbzeit ordentlich aufgemischt. Das lag zum einen daran, dass deren Rechtsverteidiger Levels einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte und sich im weiterem Verlauf des Spiels darauf beschränkte, wüst um sich zu treten und zu schubsen, bis sein Trainer ihn endlich vom Platz nahm. Zum anderen wirbelten auf dieser Seite bei Fortuna zwei Leute, die sich zuvor noch nie gesehen hatten: die Neuverpflichtung für das offensive Mittelfeld, Olivier Caillas, einst in Aachen und Fürth am Ball, nun aus Wehen gekommen. Zum anderen ein Testspieler aus Koblenz, Kenan Sahin. Caillas machte soviel Putz, dass er schon in der ersten Halbzeit an der Seitenlinie vom etwas überfordert wirkenden Marcel Ndjeng weggetreten wurde und anschließend für das kommende Pokalspiel ausfiel; und Sahin wirbelte dermaßen, dass ihm das Tribünenpublikum bei seiner Auswechslung Mitte der zweiten Halbzeit standing ovations spendierte, sodass die Verpflichtung eigentlich ab diesem Moment eine klare Sache war. Eine Woche später war dann auch der Vertrag unterschrieben.

Nach dieser geradezu unheimlich anmutenden Vorbereitung reiste man noch für einige Tage ins Trainingslager nach Spanien, bevor der Ernst des Lebens mit dem Pokalspiel gegen die SSVg Velbert am 10.02.08 weiter gehen sollte. Zeit, dass andere mal in die Bresche sprangen und für beste Unterhaltung sorgten. Zum Beispiel der bereits feststehende Aufsteiger Wuppertaler SV.

Dort ging zunächst Mittelfeldspieler Sven Lintjens Anfang Februar zum SC Paderborn. In einem rückblickenden Interview ließ er sich nicht grad freundlich über den Mini-Messias von eigenen Gnaden, WSV-Coach Wolfgang Jerat, aus. Die Chemie scheint nicht gestimmt zu haben. Einen Tag später kündigte der Torwarttrainer des WSV, Herbert Becker, Ex-Torwarttrainer von Fortuna übrigens. In einem rückblickenden Interview ließ er sich nicht grad freundlich über den sportlichen Manager, Georg Kreß, aus. Die Chemie scheint nicht gestimmt zu haben. Unter anderem hatte Kreß dem Torwattrainer wohl in einem Gespräch anvertraut, aufgrund seines, Beckers, geringen Gehalts (Becker war nur im Nebenjob beim WSV) würde er, Kreß, ihn eh nicht als vollwertigen Angestellten des WSV sehen. Ist doch nett. Dieser Kreß war übrigens mal ein sehr beliebter Trainer beim WSV, wurde dann von Präsident Runge im Zuge der Fusion des WSV mit Borussia Wuppertal im Jahr 2004 gefeuert, wahrscheinlich weil er eine zu große Klappe hatte. Im letzten Jahr liefen sich beide in einem akzenta-Markt in Wuppertal (!) eher zufällig über den Weg und sprachen sich an der Käsetheke wohl mal gemütlich aus, Runge stellte Kreß wieder ein, diesmal als sportlichen Manager, und der zeigte gleich mal, wie schnell er wieder zuhause angekommen war, indem er den eigentlichen sportlichen Manager Achim Weber rausekelte und sich dann mit dem Torwarttrainer eben den nächsten vornahm. Und das alles als Tabellenführer, man möchte es kaum glauben.

Aber natürlich wollte WSV-Präsident Runge noch einen draufsetzen. Und deshalb warf er zwei Tage, nachdem der Torwarttrainer freiwillig gegangen war, den Trainer Jerat und den Co-Trainer Hopp raus! Ich wiederhole es gerne: als Tabellenführer...Als Begründung wurden die zahlreichen Undiszipliniertheiten des Trainers genannt. Darüber hatte ich im letzten Jahr ja schon einige Male berichtet. Da scheint noch das ein oder andere hinzu gekommen zu sein, unter anderem soll er nach dem DFB-Pokalspiel im Januar gegen Bayern München (routiniertes 2:5) noch mehrfach zu spät zum Training erschienen sein. Das reichte dann wohl. Und natürlich sind Undiszipliniertheiten ein Kündigungsgrund, aber als Tabellenführer eine Woche vor dem Rückrundenstart? Das war sogar noch „sinnvoller“ als eine Trainerentlassung zum 11.11., nachdem die Mannschaft soeben in Unterzahl in letzter Minute noch ausgeglichen hat. Aber zwei so große Egos nebeneinander – das vertrug sich dann wohl doch nicht mehr. Wolfgang Jerat – der lebende Beweis, dass man selbst für den Wuppertaler SV noch zu prollig sein kann – auch als Tabellenführer.

Und während ich eigentlich damit rechnete, dass Georg Kreß seinen alten Job beim WSV wieder bekommen würde, hatte man in Wuppertal schon einen Neuen: Wolfgang Frank, zuletzt Offenbacher Kickers. Das ging so schnell, das muss von langer Hand geplant gewesen sein. Und deshalb stelle ich mir seit diesem Tage immer vor, wie Präsident Runge im DFB-Pokalspiel auf der Tribüne saß und den Bayern heimlich die Daumen drückte. Denn hätte Jerat das auch noch gewonnen, Runge hätte ihn nicht so einfach loswerden können. Ein Glück für ihn, dass die Bayern das Spiel Ernst nahmen.

Nun aber Schluss mit Winterpause. Okay, auf die Liga musste man noch eine Woche warten, aber – der Pokal rief!

Finale, oho!

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Naja, noch nicht ganz, ein Sieg ist es noch bis zum DFB-Pokal. Aber immerhin erreichte Fortuna am 10.02.08 zum ersten Mal seit vier Jahren wieder das Finale des Verbandspokals. Oberligist SSVg Velbert wurde vor 3.376 Zuschauern im Flinger Broich kurz und schmerzlos 3:0 abgefertigt. Flinger Broich? Jawohl, nach endlosem Hin und Her war die Partie, in der Velbert eigentlich Heimrecht hatte, doch nach Düsseldorf verlegt, weil die Polizei bis zuletzt Sicherheitsbedenken äußerte, das Spiel an der „Sonnenblume“ austragen zu lassen. Velbert zierte sich natürlich, aber ebenso natürlich war dies nur eine Preisfrage: für 15.000 Euro vorab war man bereit, das Heimrecht zu vergessen. Fortuna zahlte und hatte somit Heimspiel. Und leichtes Spiel. Obwohl: es war keineswegs so eindeutig, wie das Ergebnis aussagt, aber Velbert war einfach viel zu harmlos. Fortuna-Keeper Melka musste während der 90 Minuten nicht einen einzigen Ball halten, obwohl die Velberter des Öfteren gefährlich am Strafraum aufkreuzten – aber eben nur bis dorthin. Dann waren sie mit ihrem Latein am Ende. Ansonsten beschränkten sich die Bergischen darauf, alles umzuholzen, was nicht bei „Drei!“ auf dem Baum war, oder sagen wir mal so: sie spielten recht rustikal. Fortuna brachte nichts Überragendes zustande, übertölpelte aber den Gegner gleich zweimal mit demselben Trick: kurzer Zwischensprint von Cebe auf rechts, schöne Flanke, Lawaree staubt ab – 1:0 in der 10., 2:0 in der 20. Minute, der Drops war gelutscht. Den Rest des Spiels kann man getrost vergessen, erwähnenswert noch das 3:0 von Cebe in der 67. mit schöner Einzelleistung. Der vergab anschließend noch zwei 100%ige, war aber trotzdem mit Abstand bester Mann auf dem Platz. War klar, der war ja auch in der nächsten Woche zum Restrundenauftakt gegen Wuppertal aufgrund seiner fünf Gelben Karten gesperrt...

Zum gegnerischen Anhang kann gesagt werden: Tradition ist alles. Es waren ca. 50 Männekes aus Velbert am Start, darunter etwa 20, die mit ihrem lustigen Banner „Velbertfront“ (der Schriftzug schön mit Eichenlaub verziert) ins Stadion kamen und zur Begrüßung gleich „Wir sind wieder einmarschiert“ und „Asylanten, Asylanten“ zum Besten gaben. Da hatten sie wohl mal wieder den NPD-Parteitag Ortsgruppe Velbert direkt auf den Spieltag gelegt. Ein wenig enttäuscht war ich, dass die Treudeutschen nicht wenigstens noch das Horst-Wessel-Lied schmetterten. Aber wie gesagt, alles Tradition: wenn man diese Gestalten vier Jahre nicht gesehen hat, nur um dann festzustellen, dass einem alles so unheimlich bekannt vorkommt, dann kann auch diese Vertrautheit durchaus ein heimeliges Gefühl erzeugen. Es gibt halt Dinge, die ändern sich nie...

Fortuna also im Pokalfinale. Gegner ist erwartungsgemäß RW Essen, die mit ihrem Oberligisten, dem VfB Homberg, allerdings wesentlich mehr Mühe hatten. Zwischenzeitlich gelang den Duisburgern sogar der Ausgleich, am Ende zitterte sich RWE zu einem 2:1 im eigenen Stadion. Das Finale findet am 08.04.08 ab 19.30 Uhr in der MSV-Arena in Duisburg statt. Natürlich war auch die Grotenburg in Krefeld wieder ein Thema. Dort wäre ich allerdings nur angetreten, wenn auch der Grotifant dabei gewesen wäre. Ich denke, das kann man verlangen, als Pokalfinalist. Denn was wäre ein Finale in Uerdingen ohne die grellste Anzeigetafel der Republik und das possierliche Rüsseltier? Nun hat sich der Fußballverband Niederrhein also für Duisburg entschieden..

Restrundenauftakt

Am 16.02.08 ging es weiter in der Regionalliga Nord, mit dem 22. Spieltag. Zwei Tage vorher gab es allerdings noch etwas zu lachen: beim Tabellenzweiten RW Erfurt verließ Trainer Pavel Dotchev in einer Nacht-und-Nebel-Aktion den Verein und heuerte bei seinem alten Arbeitgeber, dem SC Paderborn, an (von dem Ex-Trainer Holger Fach aber immer noch Fan ist, weil er trotz Entlassung noch einen gültigen Vertrag hat). Dotchev ging zurück zu seiner Familie, die immer noch in Paderborn lebt, und zu seinem Präsidenten Finke, der ihn 2005 nach dem Aufstieg in die Zweite Liga gefeuert hatte, weil er ihm diese Liga nicht zutraute. Wie kann man bei so einem wieder anheuern? Kein Problem, Finke zahlte mal eben eine sechsstellige Ablöse an Erfurt, und Pavel Dotchev entdeckte sein Heimweh für 22.000 Euro Gehalt im Monat, das Dreifache dessen, was er in Erfurt bekommen hatte. Da hätte ich auch den Tabellenletzten der Zweiten Liga plötzlich ganz sympathisch gefunden. Da dies jedoch recht überraschend kam, musste in Erfurt zunächst der Co-Trainer ran, einen neuen Coach hatten sie noch nicht. Mittlerweile ist es Karsten Baumann geworden Somit hatten vor Beginn der Restrunde ausgerechnet die beiden Tabellenersten ihre Trainer verloren! Ich meine, die Liga ist ja schon verrückt genug, aber das toppt das Ganze noch. Ich kann mich nicht erinnern, so etwas schon mal in einer anderen Liga erlebt zu haben.

Und immer, wenn du glaubst: blöder geht’s nicht mehr...kommt von irgendwo ein Wuppi her. Präsident Friedhelm Runge war gerade so schön in Schwung, da konnte er sich beim besten Willen nicht bremsen. Und so gab er vor dem Spiel mal wieder einen Brüller zum Besten. Von einer Zeitung befragt, was er vom Spiel erwarten würde (nur vom Spiel, wohlgemerkt), antwortete der flotte Friedhelm mal eben: „Mir ist egal, wer hinter uns Zweiter wird!“ Und mir ist langsam schleierhaft, wie der den Jerat feuern konnte, was solche hohlen Sprüche betrifft, lagen die doch eindeutig auf einer Wellenlänge...Ich nehme mal an, Fortuna-Coach Norbert Meier hängte den Zeitungsausschnitt in die Kabine und ersparte sich weitere Motivationsreden. Danke, Friedhelm!

Tja, und da die Wuppertaler Mannschaft an jenem Samstag so „gut“ drauf war, wie man eben drauf ist, wenn man den eigenen Verein zwei Wochen lang täglich in der Zeitung bestaunen kann, ohne dass es um Fußball geht, machte Fortuna es kurz und schmerzlos und schoss den Tabellenführer mit 2:0 aus dem Stadion. Für unsere Verhältnisse ein Kantersieg, der zudem weit höher hätte ausfallen müssen. Chancen gab es en masse. Zum Glück wurde gleich die erste auch genutzt: in der 11. Minute bediente Sahin mit schönem Pass Lawaree, der hätte den Ball allerdings nie bekommen, wenn sich sein Gegenspieler nicht einen beeindruckenden Stockfehler geleistet und den Ball unter der Sohle hätte durchrutschen lassen. Völlig allein gelassen stürmte Lawaree auf den Torwart zu und tat das, was er in dieser Saison meistens in solchen Situationen zu tun pflegt, er schoss den Keeper an, oder sagen wir mal: gute Abwehr von Maly. Zum Glück war Oliver Hampel mitgelaufen und biggelte die Kugel aus 16 m ins leere Tor. War kaum Kraft hinter dem Schuss, aber schön gegen die Laufrichtung von Torwart und Abwehrspieler ins leere Tor gespielt. Ein Auftakt nach Maß.

So ging es dann auch weiter, Fortuna druckvoll, Wuppertal harmlos. Lawaree scheiterte mal wieder frei vor dem Torwart, aber es gab weiter gute Angriffe. Vom WSV war nur einmal etwas zu sehen, als Tobias Damm nach klugem Zuspiel (und vorherigem Bock von Heeren) relativ frei vor Melka auftauchte, aber in letzter Sekunde noch gestört werden konnte, sodass Melka seinen Schuss lässig abfangen konnte. Das war alles vom gefürchteten Sturmduo Damm/Saglik. Der Führende der Torschützenliste, Mahir Saglik, fiel eigentlich nur durch zwei Dinge auf, unglaublich hässliche orangene Schuhe und ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis in Richtung Schiri, sprich: der war nur am meckern. Und das, obwohl er – wahrscheinlich in memoriam Mini-Messias – vor dem Spiel auch nicht gerade um flotte Sprüche verlegen war. Die führte er wohl auch im Spiel vor, sodass sein Gegenspieler Jens Langeneke, der ihn über 90 Minuten völlig kalt stellte, nach dem Spiel klagte, es sei ja wirklich etwas langweilig gewesen, außer wenn Saglik ihm während des Spiels mal wieder versucht hätte zu erzählen, wie gut er doch eigentlich sei. Scheint ein redseliges Bürschchen zu sein..

In der zweiten Halbzeit ließ sich Fortuna zunächst ein wenig hinten reindrängen, ohne dass der WSV daraus auch nur eine Torchance hätte heraus spielen können. Gerade als ich mir sagte, dass es jetzt gerne mal wieder nach vorne gehen dürfte, in der 61. Minute, schlug Fortuna zu: ein prima Konter über Lambertz auf Caillas, der kurvte links im Strafraum zur Grundlinie Richtung Tor ein, zwang Maly damit, die kurze Ecke dicht zu machen, dann wartete er, bis Hampel neben Maly in Position rückte und damit auch seinen Gegenspieler mitzog, und dann spielte er seelenruhig an den 5-m-Raum zurück, wo Axel Lawaree wartete. Der musste zwar ein langes Bein machen, um den Ball noch zu erreichen, ein Riese war er ja noch nie. Aber es passte, und das Tor war ja auch in der Mitte leer, da ging der Ball hin, 2:0, Spiel gelaufen. Danach versäumte man es, dem Gegner noch ordentlich einen mitzugeben. Lawaree scheiterte erneut an Maly, auch de Cock und Erwig vergaben noch gute Gelegenheiten. Aber wie gesagt, ein 2:0 ist bei uns in dieser Saison ja schon eine Packung für den Gegner. Und Wuppertal war so schlecht, dass wirklich keine Gefahr mehr bestand. Ein gelungener Auftakt, der natürlich sofort an das letzte Jahr erinnerte, als wir im ersten Spiel nach der Winterpause ebenfalls den Tabellenführer, damals den VfL Osnabrück, ebenfalls 2:0 besiegten. Danach standen wir auf Platz 2 der Tabelle, genau wie diesmal. Damit darf aber schon jede Ähnlichkeit mit der vergangenen Rückrunde aufhören...

Noch kurz etwas zur Zuschauerzahl: Fortuna durfte für dieses Spiel nur 15.000 Eintrittskarten verkaufen, Sanktion des DFB für die Hohlbirnen, die im Dezember in Essen versucht hatten, einen Spielabbruch herbeizuführen und dem generischen Verein die Punkte zu schenken. 4.800 dieser Karten mussten auch noch an die Gäste abgegeben werden. Das Spitzenspiel sahen dann 14.371 Zuschauer, weil die Wuppis es nicht schafften, ihr Kontingent zu verkaufen. Kleines Derby vor der Haustür, eigene Mannschaft Tabellenführer – und die bleiben auf 600 Karten sitzen. Ein bisschen traurig...

Nicht ohne Exorzismus!


Über das, was nun folgte, braucht man nur kurz zu sprechen. Bei Interesse kann der geneigte Leser seine Erkenntnisse zum Spiel Werder Bremen II gegen Fortuna am 23.02.08 durch exzessives Nachblättern in meinen Berichten aus den letzten Saisons aufstocken. Sie gleichen sich irgendwie immer. Hingefahren, Nebenplatz 11 gesehen, verloren, zurückgefahren. Oder anders: sechstes Spiel für Fortuna bei den Werder-Bubis, fünfte Niederlage, viertes 0:2. Ich fahr da nicht mehr hin. Sich einmal von diesem Sportplatz verhöhnen lassen, okay, ist gut gegen zuviel Übermut. Zweimal erhöht den Lernfaktor. Aber sechsmal hinfahren und mit sooo einer Fleppe wieder zurück? Es reicht. Ein siebtes Mal werde ich mir gut überlegen...Denn seit jenem Samstag glaube ich, der Platz ist verhext. Fortuna hatte nämlich diesmal durchaus Chancen, ihre karge Bilanz von genau einem gewonnenen Punkt seit 2001 ein wenig aufzubessern. Das war in den letzten beiden Jahren noch gänzlich anders, als man sich quasi ohne Gegenwehr abschießen ließ. Schon nach 10 Sekunden (!) hätte Lawaree treffen können, natürlich ging der Ball vorbei. Nach einer Viertelstunde hätte Caillas die Führung erzielen müssen, glänzend von Oliver Hampel freigespielt, lief er alleine auf Torwart Mielitz zu und scheiterte. Man war eigentlich ganz gut dabei.

Wie üblich dann das 1:0 für Werder II (Fortuna ist auf diesem Bolzplatz noch nie in Führung gegangen!), völlig aus dem Nichts. So völlig, dass ich das Tor nicht sah, da ich nach Abschätzung der Spielentwicklung mal eben auf mein Handy schaute, weil sich eine SMS eingefunden hatte. Ich verschätzte mich total, plötzlich hörte ich ein Raunen der 1.000 Zuschauer (ca. 800 davon Fortuna-Fans, würde ich sagen), und als ich hoch schaute war der Ball drin. Irgendjemand hatte aus dem Nichts geflankt, ebenfalls aus dem Nichts war Frank Löning plötzlich im Strafraum aufgetaucht und hatte die Kugel per Kopfballbogenlampe versenkt. Es war der erste Bremer Ball, der auf das Fortuna-Tor kam – in der 32. Minute...wie gesagt: verhext.

Und wo wir schon beim Thema sind: nur eine Minute nach der Pause hätte der Ausgleich fallen müssen, nach einer schnellen Kombination tauchte aber ausgerechnet der schöne Claus völlig frei rechts im Strafraum vor Mielitz auf und setzte den Ball an Keeper und Tor vorbei. Zu Beginn beider Halbzeiten hatte Fortuna den Gegner überrumpelt, durch schnelles und gutes Passspiel nach vorne, es nutzte nix. Es nutzte auch nix, dass wir mit Trainer Norbert Meier und Manager Wolf Werner zwei Leute an der Seitenlinie hatten, die sich in Bremen ja nun wirklich bestens auskennen. Da kann man machen, was man will – wenn’s verhext ist, dann ist’s eh egal.

Anschließend machte Fortuna weiter Druck nach vorne, aber es kam kaum etwas dabei rum, eigentlich nur zwei gute Schüsse von Sahin, der der Einzige zu sein scheint, der auch mal aus sechzehn Metern und mehr draufschießen darf. Natürlich wurde man hinten offener, was die Werder-Bubis zu brandgefährlichen Kontern nutzten. Was aber allein deren Stürmer Kevin Schindler in der zweiten Halbzeit an Chancen verballerte, hätte seinem Trainer in der Ersten, Thomas Schaaf, bei dem er ja auch schon des Öfteren eingesetzt wurde, die Zornesröte ins Gesicht getrieben. Dies lag aber nicht an Schindlers Unfähigkeit, sondern an Fortuna-Torwart Melka, der wieder einmal einen großen Tag hatte. In der zweiten Halbzeit hielt er einige Riesenbälle, Glanzstück war die Abwehr eines Volleyschusses von Schindler aus fünf Metern Entfernung (!), an den er irgendwie noch den Fuß dran bekam. Großartig. Leider dankten es ihm seine Vorderleute nicht, dass er sie im Spiel hielt, und in der 87. Minute konnte er dann auch nichts mehr machen, als gleich zwei Bremer vor ihm auftauchten und er von Schindler ins leere Tor überlupft wurde. Schade, dass er für seine tolle Leistung nicht belohnt wurde, aber dafür spielten seine Vorderleute in der 2. Halbzeit zu schlecht. Wieder mal Nebenplatz 11, wieder nichts gerissen – man kann in dieser Saison also nicht alle Negativserien killen. Nebenplatz 11 scheint ein schwerer Fall zu sein. Und deshalb fahr ich dort erst wieder hin, wenn ein ordentlicher Exorzismus durchgeführt worden ist. Irgendeinen Pfarrer aus irgendeinem bayerischen Bergdorf werde ich dafür schon auftreiben können. Ich möchte doch nur einmal diesen Platz mit einem Grinsen im Gesicht und einem guten Gefühl im Bauch verlassen! Einmal nur! Ist das denn zuviel verlangt???

Wer ist Emma?

Nun, „Emma“ ist das Sturmtief, das am folgenden Wochenende über Deutschland fegte. Auch in der Regionalliga hinterließ es am Samstag, 01.03.08, seine Spuren, sowohl was Spielausfälle betraf (Emden – Essen) als auch was lustige Kapriolen auf dem Platz anging. Wenn man sich zum Beispiel zwei der drei Braunschweiger Tore beim 3:2 gegen Erfurt anschaut (eine verunglückte Flanke sowie ein Freistoß, der eigentlich eine solche werden sollte), dann weiß man, ohne Emma würde Braunschweig jetzt noch tiefer im Dreck stecken.

Auch wir waren indirekt betroffen. Direkt nicht, denn wir machten einfach das Dach der Arena zu und spielten mal wieder in der großen Turnhalle. Aber der Gegner hieß Cottbus II. Und das Spiel deren 1. Mannschaft gegen den VfB Stuttgart wurde bereits am Freitag aufgrund des Sturms abgesagt. Da ließ sich vermuten, dass noch so der ein oder andere an jenem Wochenende arbeitslose Spieler der Ersten Mannschaft nachreisen würde. Aber die Cottbuser machten nur in zwei Fällen Gebrauch davon, Arne Feick und Christian Müller, Bankdrücker der Bundesliga-Truppe, nahmen erst die Sporttasche und dann die Beine in die Hand und fuhren der Zwoten hinterher. Auch von einer Fan-Invasion konnte nicht wirklich die Rede sein, am Ende waren es 19 Unentwegte aus der Lausitz, die vom Stadionsprecher auch herzlich begrüßt wurden. Ebenso natürlich die 8.300 anderen, das gehört sich so.

Mit Cottbus II kam die Mannschaft der Rückrunde. Vier Spiele, zehn Punkte, bei einem überragenden Torverhältnis von – 3:0. Jawohl, sie hatten dreimal 1:0 gewonnen und einmal 0:0 gespielt. Die kopierten frech unsere Hinrunde! Und somit spielten wir die inoffizielle 1:0-Meisterschaft der Liga aus. Beide Teams haben jeweils sechs Siege in dieser „Höhe“ auf dem Konto. Da kann man dreimal raten, wer gewinnt. Natürlich diejenige Truppe, die das erste Tor schießt. Zum Glück tat es die Fortuna, und am Ende sprang sogar ein 3:0-Kantersieg heraus.

Fortuna wie im Spiel gegen den WSV mit der frühen 1:0-Führung, bereits nach 12 Minuten klingelte es im Gästekasten. Weite Flanke in die linke Strafraumhälfte, Axel Lawaree legte per Kopf in die Mitte, dort versuchte Kenan Sahin, sein erstes Fortuna-Tor per Fallrückzieher zu erzielen, scheiterte jedoch an seinem Gegenspieler, und Lawaree machte den Abpraller rein, mit ein bisschen Glück, denn Energie-Keeper Männel hatte die Hände noch dran.

In der Folgezeit war Fortuna überlegen, konnte aber einige gute Ansätze nicht verwerten, die beste Chance vergab Lambertz, nach einem schönen Konter über drei Stationen machte er eigentlich alles richtig, aber sein Schlenzer aus 16 m kam genau auf Männel. Von Cottbus war mal genau gar nichts zu sehen, bis sie in der 43. Minute plötzlich vorne auftauchten; ein Spieler tankte sich rechts im Strafraum durch, passte dann von der Grundlinie zurück, vorbei an Melka, auf den 5-m-Raum, wo zwei Mitspieler zum Einnetzen bereit standen. Dass es keiner von beiden tat, lag an Hamza Cakir, der dazwischen grätschte und klären konnte. Somit wurde die erste Halbzeit beendet, ohne dass die Gäste auch nur einmal aufs Tor geschossen hatten.

In der 2. Halbzeit dann wieder das schnelle Tor für Fortuna, so ein Langweiler, wie man ihn alle Tage sehen kann, bei uns aber doch eher selten: Freistoß Anfang, Kopfball Lawaree, Tor. So einfach kann Fußball sein. Der stand aber auch so was von frei am 5-m-Raum, man konnte meinen, die Cottbuser hätten die letzten Fortuna-Spiele beobachtet und sich gesagt: „Freistoß Anfang? Da rüsten wir schon mal zum Gegenangriff.“ Diesmal bekam er ihn über die Mauer (was ihm in Bremen in 90 Minuten nicht gelungen war), und Lawaree hatte den richtigen Riecher. Vertrauen ist alles!

Danach war die Partie praktisch entschieden. Dachten sich zumindest die Fortunen und legten eine kleine Kunstpause ein. Prompt kamen die Lausitzer noch einmal ins Spiel zurück, hatten zwei, drei gute Gelegenheiten (erster Torschuss immerhin schon in der 52. Minute). Zum Glück wurde es dann Andy Lambertz zu bunt. Nach abgelaufener Gelbsperre wieder dabei und wie immer ein Aktivposten, bemächtigte er sich in der 72. Minute des runden Leders in der eigenen Hälfte und marschierte los. Ca. 40 Meter vor dem gegnerischen Tor ein schicker Doppelpass, und dann der tödliche Ball in den Lauf von Lawaree. Der behielt in der 1:1-Situation mit Torwart Männel endlich, endlich mal die Nerven und schlenzte die Kugel zum 3:0 und eigenen Hattrick an den rechten Innenpfosten und von dort ins Tor. Es kann ja mal jemand nachblättern, wann bei uns zuletzt ein Spieler in einem Spiel drei Buden gemacht hat – ich habe keine Ahnung.

Verdient war der Sieg auf jeden Fall, Trainer Meier war nach dem Spiel aber insbesondere mit den letzten 15 Minuten nicht zufrieden, als man es für seinen Geschmack auf dem Rasen zu lässig angehen ließ. Recht hatte er. Dennoch war natürlich jeder heilfroh, dass die Mannschaft nach der Pleite in Bremen so schnell wieder zurückgekommen war.

Vorschau

Fortuna ist nun Tabellen-2., punktgleich mit Spitzenreiter Union Berlin, und nur ein Tor schlechter (das hätte man gegen Cottbus ja auch noch machen können). Aber was bedeutet das schon nach 24 Spieltagen? Genau gar nichts. Nach dem Spiel gegen den WSV war man Zweiter, nach der Niederlage in Bremen Siebter, nun wieder Zweiter. Es bleibt also genauso eng und spannend wie im letzten Jahr, und ich kann wieder nur betonen, dass ich hoffe, dass die Mannschaft jetzt nicht so weiter spielt wie im letzten Jahr – da begann im März nämlich der unglaubliche Leistungsabfall bis hin zur akuten Abstiegsgefahr.

Das nächste Spiel findet man kommenden Sonntag in der HSH Nordbank Arena (dasist das ehemalige Volksparkstadion, musste ich erst nachschlagen) statt, Gegner ist der HSV II mit Coach Karsten Bäron. Wenn man da nachlegen könnte, dann glaube ich auch so langsam, dass nach oben etwas geht. Wenn man da verliert, steht man wieder irgendwo im Niemandsland, und alles tobt. Und Tabellenplatz 11 ist weiterhin zu beachten. Aktuell sind es 8 Punkte auf RW Essen, aber die haben ja jetzt ein Spiel weniger durch die Absage in Emden. Somit gibt es auch heute nur die übliche Ansage: es bleibt weiter spannend...

Zum nächsten Heimspiel hätte ich übrigens noch etwas. Eigentlich sollten wir ja am Samstag, 15.03.08, in der LTU-Arena gegen Dynamo Dresden antreten. Das Spiel wurde auf Mittwoch, 19.03.08, verlegt, Anstoß: 18.30 Uhr. Der Grund: es tritt nämlich an jenem Wochenende in der Arena jemand auf und braucht danach angeblich zwei Tage, um seine Bühne abzubauen und sich vom Acker zu machen. Bei diesem Herrn, den man auch nachts um 1 Uhr wecken kann, und er streicht einem freudestrahlend sofort einen Evergreen auf den Saiten, die für ihn die Welt bedeuten, handelt es sich um André Rieu. Oder wie es ein Schreiber im Forum ausdrückte: „Dieser Fiedler braucht leider mindestens drei Tage für Auf- und zwei Tage für Abbau seiner Kulissen. Und bis die die ganzen Schuppen zusammengekehrt haben, die der sich beim Fiedeln aus seiner Mähne schüttelt...“ Also Spielverlegung. Soviel mal wieder zum Thema, Fortuna hätte auch nur irgendwas mit der LTU-Arena zu tun. Dieses Gerücht hält sich ja hartnäckig, und ich musste auch in letzter Zeit (besonders nach dem Testspiel gegen Bayern, das zahlreiche Bayern-Sofa-Fans aus meiner näheren Umgebung natürlich im Fernsehen verfolgt hatten) mal wieder die Frage beantworten, warum Fortuna sich als Drittligist denn solch eine Arena baut. Wobei man an der Fragestellung schon die Unwissenheit bemerkt, als das Ding gebaut wurde, waren wir nämlich noch viertklassig. Also: wir bauen uns eine Arena, damit wir als Hausherr dann Spiele verlegen können, damit André Rieu die Stradivari streicheln kann. Ja nee, is klar. Wie gesagt: ein schönes Beispiel, dass wir in puncto Arena weiterhin genau gar nichts zu sagen haben...

Übrigens hat Dynamo Dresden gegen die Verschiebung protestiert, wenn auch erfolglos. Begründung: in solch einer entscheidenden Phase der Meisterschaft seien solch erzwungene „englische Wochen“ Wettbewerbsverzerrung. Okay, dass man in Dresden vielleicht nicht weiß, was eine „englische Woche“ genau ist – geschenkt. Gibt so vieles, was die nicht wissen. Aber 12 Spieltage vor Schluss von einer „entscheidenden Phase“ in der Meisterschaft zu sprechen, das ist schon stark. Dann hätten wir am 7. Spieltag auch mal von einer entscheidenden Phase der Meisterschaft sprechen sollen. Da spielten wir in Dresden – mittwochs...

Führt jetzt die entscheidende Phase seines Urlaubs durch – er fährt nämlich in selbigen: janus