Gastbeitrag von Achim, 16.4.2007

Nordpark (13.4.2007). Gladbach gegen Hamburg 0:1.

Freitag der 13. im ausverkauften Nordpark. Thomas und ich haben schon im Vorfeld die Tickets für diesen Abstiegsknaller gebucht und machen uns mit der S-Bahn auf den Weg (das Shuttle-Bus-System funktioniert optimal). Die Gladbacher müssen gewinnen, die Hamburger sich rehabilitieren nach der Vorführung bzw. Klatsche gegen Stuttgart.

Kein Wunder also, dass der HSV vorsichtig und abwartend aufspielt - auf fünf Positionen verändert: Mehdi auf der Bank, ebenso Sanogo, dafür Olic als Alleinunterhalter im – na ja, nennen wir es ruhig – „Sturm“. Die Gladbacher dagegen im Vorwärtsgang: Die erste Halbzeit gehört ihnen, sie spielen offensiv, greifen vor allem über die rechte Hamburger Abwehseite an, wo Benjamin sichtlich überfordert ist. Es springen auch einige gute Chancen heraus, die beste von Insua, der eine scharfe Hereingabe vom schwer zu bändigenden Jansen ans Lattenkreuz knallt. Es folgen noch zwei, drei weitere gute Gelegenheiten, die aber von Kluge, Jansen und Svenson vergeben werden. Rost hält den Kasten dicht. Hamburg findet vorne nicht statt, kein Spielaufbau, der Ball wird nach vorne gedroschen wo Van der Vaart und Olic gegen die gut formierte Borussenabwehr kein Land sehen.

Die zweite Hälfte, die beide Mannschaften unverändert beginnen, beginnt nicht mit dem sonst üblichen Borussensturmlauf. Die Gastgeber haben überraschenderweise vollkommen den Faden verloren, dem HSV fällt es jetzt zunehmend leichter, das Spiel zu kontrollieren, bzw. immerhin ein leichtes Übergewicht herauszuspielen, das sich aber immer noch nicht in einer wirklichen Chance manifestiert. Ärgerlich vor allem die mangelnde Laufbereitschaft des Mittelfelds. Selbst wenn der Ball nach vorne kommt, rückt niemand nach, so dass sich den gelegentlich auf den Flügeln ausweichenden Olic oder Jarolim keine Anspielstationen bieten. Das ganze Spiel wirkt tranig. Not gegen Elend, ein regelrechter Gruselkick. Angesichts der Tabellensituation der beiden Clubs hätte man doch deutlich mehr Action erwartet. Aber weit gefehlt, es gibt auch nur eine einzige gelbe Karte, Schiri Merk hat keine Probleme mit der überaus fairen Partie. Das Publikum wird immer missmutiger und fordert Neuville, der dann auch für Insua eingewechselt wird, obwohl dieser bis dahin eigentlich eher zu den Gladbacher Aktivposten gehört hatte (was denn auch vom Publikum entsprechend mit Pfiffen quittiert wird). Große Veränderung bringt dies aber nicht. Endlich werden, aus meiner Sicht viel zu spät, Mahdavikia und Guerrero ein-, und Olic ausgewechselt, der mit seinen Kräften ebenso am Ende ist wie das gesamte Gladbacher Mittelfeld, das so ab der 85. Minute auf Standby-Betrieb umschaltet und extrem viel Raum für Konter lässt: 90. Minute: wunderschöner Doppelpass zwischen Guerrero und Mehdi, der auf dem rechten Flügel auf und davon ist, scharfer Pass nach innen, der Peruaner netzt ein. Schlusspfiff. Bitter für Gladbach, der HSV hat mit sehr geringem Aufwand, noch bescheidenerer Leistung und ziemlichen Dusel einen Dreier eingefahren. Schade, nächstes Jahr nur noch Zweitligafußball in diesem schönen Stadion.

PS: die Rückfahrt eine Katastrophe – die S8 fährt nur stündlich (!!) zwischen MG und D. Rückkehr in Ddorf 00:45 (Abpfiff 22.20)