Adieu les bleus!

Das Tagebuch der Anita H.

11.06.02

"Adieu les Bleus", hat der Micha heute gesagt, mein Chef. Frankreich muss heimfahren. Kamerun auch. Unsere dürfen bleiben. Ich weiss allerdings gar nicht, ob denen das so gut gefällt da im fernen Osten. Heute haben sie jedenfalls verdammt schlecht gelaunt ausgesehen. Und dann diese ganze Schubserei immer mit den Kamerunern. Ich meine, OK, die haben heute auch nicht so blendend gespielt, aber deshalb braucht man sich doch nicht gleich hauen. Ich glaube denen hat mal wieder der Schiedsrichter gestunken, kein Wunder, jeder Pfiff eine gelbe Karte, da wird dauernd unterbrochen, das war ja fast wie bei den Amerikanern, bloss dass die wegen der Werbepausen unterbrechen. Und nicht wegen Schubsen. Die armen Kameruner. Aber irgendwie freu ich mich natürlich auch für Unsre.

Naja. Ich habe das Spiel jedenfalls angeguckt. Hihi. Mit Micha. Ich habe doch noch zugesagt und dann sind wir nur wir zwei in so ne Kneipe gegangen zum Gucken, da war ich noch nie und kannte auch keinen. Aber die Bedienung kannte Micha. Der scheint da öfters hinzugehen. Zum Glück war niemand da, der den Horst kennt. Glaub ich zumindest. Und das war dann richtig lustig. Der Micha hat das Fussballspiel gar nicht so ernst genommen wie der Horst glaub ich. Der hat auch immer gelacht, wenn ich was lustiges gesagt habe. Und hinterher haben wir noch einen Kaffee getrunken und dann wars schon halb fünf und dann hat er mir den Rest des Nachmittags freigegeben. Er wollte mich dann noch nach Hause fahren, aber ich habe gesagt, nee, lass mal, das ist vielleicht nicht so gut. Also, naja, vielleicht sollte ich das gar nicht aufschreiben, aber ich bin halt so aufgeregt: Als der Bode das erste Tor geschossen hat, da hat der Micha mich umarmt, und mich sogar geküsst. Naja, natürlich nicht so richtig, aber immerhin. Ogott, wenn das die Gabi wüsste. Die würde platzen vor Eifersucht. Obwohl, ich habe ja den Verdacht, dass er mit der Gabi schon mal was hatte. Ich glaube, ich versuche das jetzt mal rauszukriegen. Und dann sehe ich weiter.

Als ich dann nach Hause kam, war der Horst noch nicht da. Natürlich nicht. Ich war ja früh. Aber inzwischen könnte der mal hier aufkreuzen....

   

 

       

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last update: 11/06/02