26.9.2009 Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 0:3

Sieben Tage, sechzehn Tore.

Blickt man auf die letzte Woche zurück, darf man sich eigentlich nicht wirklich beschweren. Gut, von den sechzehn Toren, die wir in unserem schönen Waldstadion gesehen haben, gehen nur sieben auf das Konto unseres Lieblingsvereins, aber immerhin sind wir im Gegensatz zu Tabellenführer und amtierendem Meister NOCH im Pokal. Und vor ein paar Tagen, am Anfang dieser englischen Woche, waren wir noch ungeschlagen, und das unter anderem auch gegen den Tabellenführer.

Apropos Pokal. Das war wohl seit langem das kurioseste Spiel. Sich eine 5:1 Führung aus der Hand nehmen zu lassen ist schon selten dämlich und hätte uns bereits nachdenklich stimmen können. Aber nach diesem 5:1 war einfach die Laune so gut, dass man sich nach dem noch folgenden Torfeuerwerk nicht mehr entmutigen lassen wollte und ein 6:4 ohne Elfmeterschießen spricht auf alle Fälle für höchste Unterhaltung.

Und jetzt? Sind wir wieder da wo wir hingehören. Sagen die Unken. Auf dem Boden der Tatsachen. Auf Platz 9. Immerhin immer noch einstellig. Wahrscheinlich kriegt man manchmal einfach was man verdient. Wir Frankfurter eine Klatsche von den Schwaben. Wir Deutschen eine Regierung mit Guido Westerwelle. Zumindest haben wir nicht so schlecht abgeschnitten wie heute die SPD. Die hat nämlich das schlechteste Ergebnis seit 1949 eingefahren. Und unsere Eintracht hat gegen die Schwaben weiß Gott schon schlechter abgeschnitten als gestern, zum Beispiel vor zwei Jahren. Nun, die Klatsche zumindest gegen die süddeutschen Eiernudelesser war definitiv verdient. Und genau wie unsere Jungs keinerlei Gegenwehr gezeigt haben am sonnigen Samstagnachmittag waren vielleicht auch wir mündigen Wähler zu gleichgültig, um etwas gegen schwarz-gelb zu tun. Apropos, interessant wäre noch, wie viele Gelsenkirchener heute grün gewählt haben, da sie den Slogan "stoppt gelb-schwarz" unterstützen wollten. Zumindest am Samstag war man in Dortmund damit ja recht erfolgreich.

Apropos Gelsenkirchen. Da müssen wir ja am Freitag hin. Und nach diesem eigentlich recht erfolgreichen Saisonstart ist man nach der jüngsten Stuttgartpleite wieder schön pessimistisch. Auf Schalke wartet die nächste Schlappe. Und dann kommen im Pokalachtelfinale auch noch die Bayern. Die wollten wir doch erst im Endspiel sehen. Obwohl, hat vielleicht auch mehr Stil gegen die Bayern rauszufliegen als im Elfmeterschießen gegen Trier. Ach, vielleicht sollte man einfach wieder anfangen zu pfeifen und "Skibbe raus" rufen. Geht allerdings phonetisch nicht so rund von der Zunge wie bei seinem Vorgänger.

Apropos pfeifen. Als ich gestern nachmittag auf der Tribüne stand, fühlte ich mich ziemlich unwohl. Spätestens nach dem 0:3 wollte ich einfach nur noch schlechte Laune und vielleicht noch meine Ruhe haben. Und was passiert? Um mich herum fangen alle an zu singen und zu tanzen und zu feiern, grad so, als stände die drei an erster Stelle auf dem Videowürfel und die null hinten. Aber nein. Man hatte sich anscheinend entschlossen, das was auf dem Platz passierte einfach zu ignorieren und sich lieber selber zu feiern. Und so stand ich inmitten von jungen singenden Menschen, die anscheinend einen großen Spaß dabei hatte, unsere Lieblingsmannschaft zu verhöhnen. Und irgendwann schwappte das "Leck-mich-am-A.."-Gefühl dann wohl auf mich über, und auch ich sang davon, dass niemand außer unserer SGE Deutscher Meister wird. Werden wir ja auch wieder. Wenn auch eher später als früher.

Aber immerhin haben wir jetzt, zurück auf dem Boden der Tatsachen, auch wieder zurück zu unserem ehrlichen ureigenen Pessimismus gefunden. Das beruhigt mich, denn schließlich kann man sich dann ja nur noch positiv überraschen lassen. Ist doch gut so, oder?