Pelé kann kein Spanisch...

05.04.07, Bayer Leverkusen - CA Osasuna

Uefa Cup - das ist schon immer etwas ganz besonderes. Vor allem, wenn man dafür weite Reisen unternimmt. Und hier rede ich natürlich nicht von der mitunter ebenfalls spannenden Anreise im Regionalzug von Düsseldorf nach Leverkusen. Aber in genau diesem Zug trifft man eben auch Pablo, Paco, oder wie er sonst noch gerne heißt, der Spanier. Ja, die Anhänger vom CA Osasuna sind nämlich Spanier, denn Osasuna ist keine Nachbarstadt des japanischen Osaka, sondern der baskische Ausdruck für "zum Wohle" und außerdem der Name eines spanischen Fußballclubs, nämlich dem von Pamplona. Aber sicher sind einige der spanischen angereisten Fans auch nicht wirklich vertraut mit Bayer 04, und vielleicht denkt der eine oder andere ja auch, dass er nach Bayer fährt und nicht nach Leverkusen. Wer weiß, ich will dem Spanier nichts böses unterstellen...

Genauso wie Leverkusen bzw. Bayer in der Welt wahrscheinlich bekannter für Aspirin als für seinen Fußball ist, so ist meine erste Assoziation mit Pamplona natürlich der Stierkampf, und ich denke an stolze Spanier in Kniebundhosen und kurzen Jäckchen, die einen wilden Stier mit Lanzen spicken und dabei versuchen von demselben nicht auf die Hörner genommen zu werden. Nun, die Spanier aus Pamplona, die am Gründonnerstag in Leverkusen zu Besuch waren, trugen unspektakuläre weiße Trikots statt glitzernden Jäckchen, aber die Gastgeber in der rotschwarzen Kluft fühlten sich wohl dennoch auf die Hörner genommen. Bereits in der ersten Minute fiel das erste Tor für die Gäste, was das Selbstbewusstsein der Hausherren sicher nicht steigerte. Die eine oder andere Chance bot sich zwar immer wieder, aber die spanische Wand hatte heute einfach keine Löcher.

Und so wurde an diesem Abend leider nur im Gästeblock gefeiert, und anschließend natürlich wieder auf dem Rückweg, denn nur wenige Spanier schienen ihr Quartier in Leverkusen aufgeschlagen zu haben. Und so machten fröhliche spanische Lieder den trägen Regionalzug zum Partyzug. Neugierig, wo denn die gute Stimmung herkommt, erkundigt sich ein Mitreisender, wer denn gespielt hat und wie. Leider fragt der dunkelhäutige Mitreisende auf englisch, und leider sprechen die meisten der Fans nur spanisch. Aber F&T hilft gerne aus und teilt dem interessierten Herrn, der unserer Fotografin irgendwie bekannt vorkommt, das Ergebnis mit. Dieser bedankt sich freundlich und zieht weiter in den nächsten, etwas ruhigeren Wagen, aber gleichzeitig geht ein Raunen durch die Menge. "Pelé", hört man überall inmitten des spanischen Gemurmels, und auch die Fotografin weiß plötzlich wieder, an wen sie der nette Herr erinnerte.

Und so kam es, dass die Spanier nicht nur einen 3:0 Sieg mit nach Hause nahmen, sondern auch noch eine spektakuläre Begegnung und manch einer wird sich später noch ärgern, nicht doch ein wenig englisch zusammengekratzt und ein wenig fachgesimpelt zu haben. Wo Pelé schon extra nach Leverkusen angereist ist, um Osasuna zu sehen, und wo er doch eine nicht unwesentlich längere Anreise hatte.

Und unsere Fotografin? War ja schon lange nicht mehr im Dienst, hatte ihre Kamera ja schon eingepackt und verstaut, und so hat auch sie keine Beweise von dieser aufregenden Zugfahrt mitgebracht. Aber sie hat mit ihm geredet. Wer auch immer es war, dieser nette Herr, der kein Spanisch spricht....

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