Der Traum geht weiter...

Joachim-Erwin-Arena (10.2.2007). Fortuna gegen Osnabrück: 2-0 (von Achim)

So langsam gewöhne ich mich an das neue Stadion, wobei kritisch angemerkt sei, dass in punkto Organisation (insbesondere am Eingang) nach wie vor deutlich Luft nach oben ist. Leider erst zur 13. Minute gelangen Thorsten und ich ins Stadion, die Begegnung wurde von den Verantwortlichen als „Risiko-Spiel“ eingestuft, entsprechend lang sind die Schlangen vor der Fan-Kontrolle.

Die Sturm-und-Drangphase der Osnabrücker, die sich in dem Eckenverhältnis von 1:5 widerspiegelt, haben wir dadurch verpasst. Als wir unsere Plätze einnehmen wirken die Gäste zwar immer noch gefährlich, aber langsam kommt der Fortuna-Motor auf Touren, und die Partie ist ziemlich ausgeglichen. Fortuna zeigt sich bemüht, die richtig große Spielkultur ist natürlich noch nicht zu sehen; man merkt, dass kreative Ansätze in der Truppe vorhanden sind, diese scheitern zu diesem Zeitpunkt allerdings immer wieder an teilweise haarsträubenden Abspielfehlern.
Dass an diesem Tag die Glücksgöttin die schützende Hand über den „Meister von 33“ hält, wird zum ersten Mal in der 25. Minute deutlich, als Chitsulo auf rechts durch ist – seine scharfe Hereingabe verpassen allerdings gleich zwei Osnabrücker, und so ist es die Gastgeber-Elf, die etwas überraschend in der 33. Minute durch Feinbier in Führung geht.

Heeren flankt von links, Lambertz verlängert mit dem Kopf, der bestimmt 53järhige ehemalige Bundesligastürmer steht da, wo ein Stürmer stehen muss und lässt sich nicht zweimal bitten. Diese Hütte hat Signalwirkung, auf einmal rollt die Kugel und Fortuna erspielt sich mehrere gute Chancen (z.B. Lattentreffer durch Lambertz, 38. Minute). In der 41. Minute Riesendusel für die Gastgeber: Der gefährliche Chitsulo schlenzt die Pille nur an den Pfosten, der Ball springt zurück und der sichtlich überraschte Menga hat freie Auswahl: überhastet entscheidet er sich für die schlechteste Option und nagelt das Spielgerät einige Meter über das Gehäuse. Fortuna, nicht geschockt, kontert: im direkten Gegenzug flitzt Podszus, hart bedrängt vom Osnabrücker Abwehrspieler, auf das gegnerische Tor zu, sein feiner Schlenzer trifft aber nur den Pfosten. In der Pause großes Familientreffen mit Senad, Radek, Tobi und anderen. Die Stimmung ist gut, denn alle fühlen: heute sind drei Punkte drin!

Zu Beginn der 2. Halbzeit sehen wir einen nach wie vor engagierten Gastgeber, der den Sack offensichtlich zu machen will. Dies gelingt bereits in der 53. Minute, wieder über eine Flanke von außen: Krecidlo sieht den in der Mitte postierten Feinbier, der den Ball in aller Seelenruhe annimmt, nicht angegriffen wird und die Kugel trocken in den Winkel drischt. 2:0. Von Osnabrück ist in der Folgezeit nicht wirklich viel zu sehen, wir machen uns noch ein bisschen Sorgen, dass durch einen zufälligen Anschlusstreffer das Ganze noch mal wackelig werden könnte, aber dem ist nicht so. Hochverdient und im Stile eines (Fast)Spitzenreiters spult Fortuna das Programm ab, hätte sogar noch ein oder zwei Tore mehr schießen können. Neben Feinbier macht vor allem Ali Albertz ein souveränes Spiel – in der ersten Halbzeit noch etwas behäbig wirkend, kann er anschließend durch einige schöne Tricks, gute Übersicht und feines Passspiel überzeugen. Etwas ärgerlich die berechtigte Gelb-Rote-Karte für Oliver Barth kurz vor Schluss.

Fazit: Wenn Fortuna so weiterspielt, ist die Truppe ein ernsthafter Kandidat für den Aufstieg. Für die zweite Liga müssten allerdings noch einige Verstärkungen her.

 

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