Vereine mit B

In der aktuellen Saison musste unser Lieblingsverein bisher vier Niederlagen einstecken. Bezeichnenderweise gab es nur Niederlagen gegen Mannschaften, die mit "B" anfangen: Bayern, Bielefeld, Bochum, und jetzt eben auch noch Bremen. Nun, gegen Bremen dürfen wir ja ruhig verlieren, hörte ich gestern abend nach dem Spiel mehr als einmal. Nimms nicht so schwer, gegen Bremen kann das schon mal passieren. Ich nahm es schwer, denn es ist mir egal, wer bei uns zu Gast ist, eine 2:6 Packung macht auch gegen Bremen keinen Spaß.

Überhaupt frage ich mich: Wer hat eigentlich mit dieser unsäglichen Bremen-Sympathie-Schiene angefangen? Dabei hat die allgemeine Sympathie mit den Norddeutschen wohl weniger mit wahrer Zuneigung als mit Abneigung gegen einen speziellen süddeutschen Verein zutun. Man ist gegen Bayern, also ist man für Bremen. Für mich eigentlich gar keine logische Schlussfolgerung. Das wäre so, als würde man sagen, ich mag keine Haxn, also muss ich Fischbrötchen lieben. Das ist genauso logisch. Und ich mag weder Haxn noch Fischbrötchen und weder Bayern noch Bremen. Das habe ich spätestens gestern entschieden, wenn nicht schon am letzten Dienstag, als Bremen seine letzte Chance auf ein Weiterkommen in der Champions League wahrnehmen wollte. Dieses hätte ich ihnen (wie übrigens auch jedem anderen deutschen Verein) von Herzen gegönnt. Dass aber meine Stammkneipe bereits eine Stunde vor dem Spiel bis auf den letzten Stehplatz besetzt war und bald wegen Überfüllung niemand mehr eingelassen wurde, das fand ich irgendwie sonderbar und übertrieben. Nun ja, ich gönne jedem sein Bremenspiel, ich selbst verabschiedete mich aber schnell wieder, denn Bremen sollte ich ja am Samstag sehen. Gestern also. Und völlig ohne Sympathien.

Klar. Gegen Bremen kann man verlieren. Da sind wir nicht die ersten. Aber, wie Christoph Spycher nach dem Spiel bemerkte, man ist eben auch nicht mit dem Vorsatz in das Spiel gegangen, das Spiel zu verlieren. Und daher ist die Enttäuschung eben wieder einmal groß. Vor allem, wenn man sich die Statistik zum Spiel anschaut:

Ausgeglichene Ballkontakte (jeweils 50%), und mit 15 Ecken (Bremen 5), 17 Torschüssen (Bremen 13) und immerhin 45% gewonnenen Zweikämpfen stand unsere Eintracht gar nicht so schlecht da. Und es hätte auch über weite Strecken richtig Spaß machen können, ihnen zuzusehen, es gelangen schöne Kombinationen, und das Spiel hatte bis zum Schluss Tempo. Aber Spaß gemacht hat es spätestens nach der 31. Minute nicht mehr, nach Naldos Treffer zum 1:3. Torschüsse allein zählen nun mal nicht, es hilft nicht, wenn Streit und Meier mit jeweils 4 Torschüssen die Spielstatistik anführen, ein Naldo dagegen drei mal aufs Tor schießt und drei mal trifft. Nun ja, ich gebe es zu, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt verfolgen in dieser Saison unterschiedliche Ziele. Meisterschale oder Klassenerhalt, da gibt es eben einen kleinen aber fienen Unterschied.

Meisterschalen gab es dann nach dem Spiel auch noch bei den fliegenden Händlern vor dem Stadion zu kaufen. Wahrscheinlich für die Bremer, die ja mit ihrem Sieg gestern schon mal Herbstmeister sind. Aber auch uns hat diese Schale aus Pappe in der Straßenbahn sehr viel Freude bereitet, schließlich findet sich auch der Name unseres Lieblingsvereins darauf. Und dann verfolgen wir ja auch schließlich nicht nur Funkels Ziel, zum Saisonende noch immererstklassig zu spielen. Es gibt ja auch noch Langzeitziele. Und eines schönen Tages.... naja, ich spreche es jetzt nicht aus.

Erst mal müssen wir noch schwere Aufgaben erledigen vor Weihnachten, und am nächsten Samstag geht's zum letzten schweren Bundesligaspiel vor der Winterpause. Zum Glück nicht gegen einen Verein mit B, sondern gegen die Hertha.

 

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