Und täglich grüßt das Murmeltier... (und überall grüne Schäle!)

 

Eintracht - Werder 0:1; 01. April 2006, Waldstadion

Eigentlich ist ja bereits alles gesagt. Mehrfach. Das bringt ja nichts. Sagt auch Amanatidis. Ja, genau: Der Amanatidis, der nach dem Spiel für gewöhnlich nie um ein paar Worte zuviel verlegen ist, genau der Amanatidis ist an diesem ersten April weder zum Scherzen noch zum Sprechen aufgelegt. Das bringt doch nichts, sagt er immer wieder, und er hat recht. Es bringt nichts, mal wieder anzumerken, dass unsere Eintracht eigentlich mal wieder mühelos mitgehalten hat mit dem (zumindest heute) Tabellenzweiten, aber dass es eben mal wieder nicht gereicht hat. Dass eben die Chancen ncht genutzt wurden. Das haben wir ja alles schon mal gehört. Gegen die Bayern, gegen Schalke, gegen Hamburch. Eigentlich machen sie ja alles richtig. Aber auf Punkte warten wir eben immer noch vergeblich. Irgendwie mag ich schon gar nicht mehr hinhören. Weil eben bereits alles gesagt ist, mehrfach sogar. Punkte verschenkt. Spiele werden immer weniger. Wir sind defensiv gut gestanden. Niederlage wegstecken und daraus lernen. Gähn.

Und dann sind da auch noch die zahlreichen Funkels, überall sind sie, und man kann sich ihnen leider nicht entziehen. Nach dem Spiel sind sie überall anzutreffen. Auf den Rängen, am Bierstand, in der Pressezone, in der Straßenbahn, und später natürlich auch am Tresen. Und natürlich sind es nicht die Friedhelms, sondern die selbsternannten, die besseren Funkels, die je nach Bedarf auch gerne mal Klinsmänner sind. Und längst würden wir sicherlich selbst Champions League spielen, wenn wir ihren zahlreichen Ratschlägen gefolgt wären, und Deutschland würde Weltmeister werden. Nee, nee, wäre mein Name Rudi Völler, ich würde sagen, ich kann diesen ganzen Käse nicht mehr hören. Und mal ehrlich: Hätte das Ergebnis wirklich anders ausgesehen, hätte Copado von Anfang an gespielt? Ich glaube, die vergangenen Spiele belehren uns eines besseren.

Klar habe ich mich auch geärgert über den unnötigen Elfmeter, genauso wie sich sicher Marco Rehmer ärgert. Und man kann nicht mal den Schiedsrichter wüst beschimpfen, dem ich nur zu gerne die Schuld an der unnötigen Niederlage gegeben hätte. Aber natürlich trifft ihn keine Schuld, der Elfer konnte klar gepfiffen werden, und der Konjunktiv hilft mir auch nicht mehr weiter. Denn hätte Rehmer den Klose nicht am Hemdchen gezupft, dann hätten wir doch sicher wenigstens einen Punkt aus der Partie mit den überraschend schwachen Bremern geholt. Jaja, und wenn der Hund nicht geschissen hätte, dann hätt er den Hasen auch noch erwischt.....

Also wie gesagt. Alles war wie immer. Bloß die Farbe der Schals ist immer wieder eine andere. Heute waren es grüne, die man in der Stadt und in den Straßenbahnen sehen konnte. Und an dieser Stelle wende ich mich noch mal an unsere Sitznachbarin auf dem Nachhauseweg, die sichtlich genervt war von den zahlreichen "grünen Schälen" in der Bahn und dies als Anlass nahm, ihrem Ärger und ihrer Frustration Luft zu machen. "Alles vollä grüne Schäle... die Farbe grün is ja auch schon biddä.." konnte man in schönstem Hessisch hören. Sie startete dann noch die Umfrage, was denn nun der Plural von Schal sei. Gerade habe ich noch mal im Duden nachgeschlagen, und tatsächlich, ganz so eindeutig, wie ich die Sache gesehen habe, ist es gar nicht, denn neben "Schals" ist auch "Schale" erlaubt. Komisch. Nicht erlaubt sind aber Schäle, Schalen, und Schalke. Zum nächsten Heimspiel werden wir dann von rotweissen Schälen heimgesucht, darauf freut sich ja niemand. Dann doch lieber grün. Die Besitzer der grünen Schäle, äh, Schals, sind ja ausgesprochen angenehme Menschen. Norddeutsch intellektuell, höflich, studiert, und leise. Hätten sie nicht ihre grünen Schals, man hätte sie kaum bemerkt. So wie man übrigens auch manchen Bremer Spieler kaum bemerkt hat...

Trotz alledem. Positives denken ist angesagt in diesen Tagen. Und deshalb möchte ich noch mal meinen Respekt aussprechen an unsere zwei jungen Nachwuchsverteidiger Russ und Cimen. Ganz schön lässig, wie sie sich fast selbstverständlich eingegeliedert haben und genau zu wissen scheinen, was zu tun ist. Klasse. Und jetzt, sagt Funkel, müssen wir eben noch zwei oder drei Spiele gewinnen. Und dann klappt das schon mit dem Klassenerhalt. Klar klappt das. Gegen Bremen kann man ja schließlich mal verlieren.